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Was ist 'Frauenpolitik'? Wie Akteur:innen in Staat und Gesellschaft ein Politikfeld etablierten, das die heutige Gleichstellungspolitik prägt.
Die Lebenssituation von Frauen rückte in den 1960er Jahren infolge gesellschaftlicher Veränderungen, insbesondere einer steigenden Frauenerwerbsquote, verstärkt in den Fokus politischer Institutionen. Was Gleichberechtigung bedeutete und wie sie praktisch zu verwirklichen war, wurde in den folgenden Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Hannah Rentschler untersucht, wie sich Frauenpolitik als eigenständiges Politikfeld etablierte. Sie beleuchtet die zentrale Rolle, die staatliche Akteur:innen und politische Parteien in der Ausgestaltung einnahmen, und wie transnationale Einflüsse und die Neue Frauenbewegung auf sie einwirkten. Die geschlechter- und politikgeschichtliche Studie fokussiert gleichstellungspolitisch wirksame Akteur:innen, neu geschaffene institutionelle Strukturen und parlamentarische Debatten zu Gesetzesvorlagen auf Bundesebene und anhand der regionalen Fallstudie Hamburg. Durch die Kombination aus struktureller und diskursiver Analyse rekonstruiert sie sowohl frauenpolitische institutionelle Kontexte als auch sich wandelnde geschlechterpolitische Leitvorstellungen - und damit die Grundlagen der bis heute bestehenden deutschen Gleichstellungspolitik.
Hannah Rentschler, geb. 1993, ist Historikerin und hat u. a. zur Geschichte traditioneller Frauenvereinigungen publiziert. Nach ihrer Promotion ist sie ins Wissenschaftsmanagement gewechselt, um sich selbst gleichstellungspolitisch zu engagieren.