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Der Digital Services Act (DSA) ist eine der zentralen Säulen europäischer Digitalpolitik - und die regulatorische Antwort auf die expansiven und datenextraktivistischen Geschäftsmodelle globaler Plattformkonzerne. Für zivilgesellschaftliche Akteure verbinden sich mit dem Gesetz viele Potenziale und Hoffnungen. Denn zahlreiche der von Big Tech Companies und ihren Plattformen ausgehenden Gefahren werden durch den DSA erstmals anerkannt, unabhängig analysiert und bewertet. Annähernd zwei Jahre nach dem Inkrafttreten des DSA werden digitalisierte Gesellschaften mehr denn je vor Probleme wie Informationsmonopolisierung, Desinformation, Wahlbeeinflussung, Diskriminierung und digitale Gewalt gestellt. Zudem vollzieht sich die Umsetzung des DSA inmitten steigender geopolitischer Spannungen, aggressiverer Marktstrategien und autoritärer Gesellschaftsumwälzungen nur langsam. Dieser Band versammelt sowohl interdisziplinäre theoretische und methodische Perspektiven aus Soziologie, Medien- und Rechtswissenschaft als auch Praxisberichte und Politisierungen. Zusammengenommen bieten sie ein facettenreiches Bild der Möglichkeiten und Grenzen des DSA, insbesondere im Kontext kritischer Forschung. Gleichzeitig wird veranschaulicht, welche kritischen, reflexiven und solidarischen Transformations- und Interventionspotentiale jenseits regulatorischer Gesetzesreformen nötig und möglich sind.
Dr. Hannah Ruschemeier ist Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und das Recht der Digitalisierung an der Universität Osnabrück. Sie ist Mitglied der Jungen Akademie, Vorstandmitglied bei RAILS e.V., Fellow am Institute for Information Law an der Universität Amsterdam und assoziierte Forscherin am CAIS NRW, Mitglied des Art. 21 DSA Academic Advisory Boards sowie Teil der Schriftleitung der Zeitschrift KI und Recht. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen KI- und Plattformregulierung, Datenschutzrecht und Privatheit, Rechtstheorie sowie Demokratie und Digitalisierung.