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Wie kann eine wässrige Flüssigkeit innerhalb von drei Sekunden zwei massive Stahlblöcke so fest miteinander verbinden, dass ein Kran sie nicht mehr auseinanderreißen kann? Im Gegensatz zu normalem Bastelkleber, der trocknen muss, verlässt sich Sekundenkleber auf eine der brutalsten und schnellsten chemischen Reaktionen der Materialwissenschaft: die anionische Polymerisation.
Der Hauptbestandteil, Cyanacrylat, ist im flüssigen Zustand extrem instabil. Der Auslöser für die Aushärtung ist keine Luft, sondern Feuchtigkeit. Schon die mikroskopischen Mengen an Wassermolekülen, die auf absolut jeder Alltagsoberfläche und Haut vorhanden sind, reichen aus, um eine Kettenreaktion auszulösen. Die einzelnen Cyanacrylat-Moleküle reihen sich in Millisekunden zu gigantischen, unzerbrechlichen Kunststoffnetzen auf und geben dabei spürbare Hitze (Exothermie) ab.
Diese fesselnde chemische Abhandlung erzählt die Geschichte eines hochprofitablen Unfalls. Sie zeigt, wie die Substanz 1942 beim Versuch, durchsichtiges Plastik für Waffenzielvisiere zu gießen, zufällig entdeckt wurde, und beleuchtet ihre spätere Nutzung als lebensrettender, sprühbarer Wundverschluss im Vietnamkrieg.
Tauchen Sie ein in die molekulare Verbindungskraft. Das Verständnis von Cyanacrylat beweist, wie ein chemischer "Fehler" zu einem der mächtigsten und profitabelsten Bindemittel der modernen Industriegeschichte wurde.
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