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Was wir uns erzählen, wird zu unserer Wirklichkeit. Heiner Mühlmann fragt nach den Voraussetzungen dieser Erzählungen und, genauer, nach den Bedingungen, unter denen sich in der Nachkriegszeit neue kulturelle Mechanismen und ein neuer Typ des gesellschaftlichen Decorums herausbilden. Mit gesellschaftlichem Decorum sind die sichtbaren und unsichtbaren Regeln eines Staates gemeint. Parallel dazu zeigt dieser Band, welchen gewaltigen Einfluss die US-amerikanische Währung als Leitwährung in der globalen Machtpolitik seit 1945 hat. Beides wird in Mühlmanns Buch zusammengedacht. Sowohl die Leitwährung als auch das europäische Nachkriegsdecorum erfahren derzeit eine Erosion. Während die Folgen nicht absehbar sind, analysiert Heiner Mühlmann die Ideen und Irrtümer, die dieser alten Ordnung zugrunde liegen. Mit einem neuen Verständnis ihrer Genese kann insbesondere Deutschland zu einem geschärften Realismus zurückfinden.
Heiner Mühlmann (geb. 1938 in Recklinghausen) ist ein deutscher Philosoph und Kulturtheoretiker, außerplanmäßiger Professor an der Bergischen Universität Wuppertal. Er studierte Kunstgeschichte und Philosophie in Köln, Paris, Rom und München und promovierte 1981 mit einer Arbeit zu Leon Battista Alberti. Seine frühe Forschung rückte das antike und renaissancistische Decorum-Regelsystem als verbindendes Prinzip von Rhetorik, Architektur, Malerei und Politik ins Zentrum. Bekannt wurde er mit Die Natur der Kulturen (1996), in dem er das MSC-Modell (Maximal Stress Cooperation) entwirft: Kulturen formieren und stabilisieren sich demnach über kooperative Mechanismen unter Stress. 2004 gründete Mühlmann gemeinsam mit Gerhard Blechinger und Thomas Grunwald die Forschungsgruppe TRACE - Transmission in Rhetorics, Arts and Cultural Evolution.