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Die junge und hübsche Magdalena Menzel, frisch in die Großstadt gezogen, steht ohne Wohnung und vor allem ohne Arbeitsstelle und Einkommen dar. Doch sie hat Glück und findet nicht nur ein Zimmer bei einer teilnahmsvollen Witwe, sondern unbeabsichtigter Weise gleich zwei Anstellungen: als Magda in der Tagschicht der Technischen Zeichnung bei den Wuellner Werken und als Lena in der Nachtschicht der Produktion eben jener Wuellner Werke. Ihr Arbeitgeber weiß von der Personalunion ihrer Angestellten Magda und Lena freilich nichts. Aus dieser Konstellation entwickelt sich ein Doppelleben, welches Magdalena nicht bloß beruflich an den Rand der Erschöpfung bringt, sondern auch ihr Liebesleben schizophren nach Magda und Lena trennt. Denn Ingenieur Martin, gleichfalls bei den Wuellner Werken angestellt, interessiert sich herzlich für die bieder aber anständig auftretende Lena, kann sich aber auch dem frivolen und ungezwungenen Verhalten Magdas nicht verschließen.
Wie auch in seinen übrigen Werken beschreibt Spoerl mit vorurteilsfreier Empathie, reichlich Humor und freundlicher Ironie die unbeabsichtigten, jedoch schwerwiegenden Folgen einer an sich lediglich geringfügig von der Norm abweichenden Handlung.
Heinrich Spoerl (1887-1955) war Doktor der Rechtswissenschaften und praktizierender Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt Düsseldorf. Als Literat wurde er einem größeren Publikum erst in den 1930er Jahren mit einer Reihe ebenso humorvoller wie erfolgreicher Romane bekannt. Als Drehbücher für Kinofilme der Vor- und Kriegszeit fanden sie beim Publikum nicht weniger Anklang, z.B. für So ein Flegel (1934), Wenn wir alle Engel wären (1936), Der Maulkorb (1938), Die Scheidungsreise (1938), Der Gasmann (1941), Das andere Ich (1941) und Die Feuerzangenbowle (1944). Daneben schuf Spoerl zahlreiche Kurzgeschichten, heraus-gegeben in zwei Bänden (Man kann ruhig darüber sprechen und Ich vergaß zu sagen). Mit Die weiße Weste (1947) schrieb Spoerl zudem ein Theaterstück.