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Eine Frau, die zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Sehnsüchten gefangen ist, steht im Mittelpunkt von Helene Böhlau's Werk 'Die leichtsinnige Eheliebste'. In der Kulisse des späten 19. Jahrhunderts entfaltet sich eine Geschichte, die die Zwänge und Herausforderungen der damaligen Zeit beleuchtet. Die Protagonistin, eine Frau von bemerkenswerter Stärke und Entschlossenheit, navigiert durch die komplexen sozialen Strukturen und die rigiden Normen der bürgerlichen Gesellschaft. Diese Erzählung bietet einen tiefen Einblick in die psychologischen und emotionalen Konflikte, die aus dem Streben nach individueller Freiheit und der Erfüllung gesellschaftlicher Rollen entstehen. Böhlau, bekannt für ihre scharfsinnige Beobachtungsgabe und ihren kritischen Blick auf die Gesellschaft, schafft es, die Leser in eine Welt zu entführen, in der die Grenzen zwischen Pflicht und Verlangen verschwimmen. Die Themen der Emanzipation und der Suche nach Identität sind allgegenwärtig und laden dazu ein, über die Rolle der Frau in einer sich wandelnden Welt nachzudenken. Durch die Entwicklung der Charaktere und die Darstellung ihrer inneren Kämpfe wird der Leser dazu angeregt, die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Auswirkungen gesellschaftlicher Erwartungen auf das individuelle Glück zu hinterfragen. Diese literarische Reise eröffnet neue Perspektiven auf die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich aus dem Streben nach persönlicher Erfüllung ergeben.
Helene Böhlau war die Tochter des Weimarer Verlagsbuchhändlers Hermann Böhlau und dessen Frau Therese geb. Thon. Sie genoss eine sorgfältige Privaterziehung. Um ihren geistigen Horizont zu erweitern, schickte man sie auf Reisen ins Ausland, wo sie im Orient den Architekten und Privatgelehrten Friedrich Arnd kennenlernte. Beide verliebten sich, und um Helene neben seiner ersten als zweite Frau heiraten zu können, konvertierte Arnd vom Judentum zum Islam und nannte sich fortan Omar al Raschid Bey. Helenes Vater verbot ihr daraufhin das Haus. Er begegnete ihr zwar später noch einmal, ihren Ruhm aber hat er nicht mehr erlebt.