Helene Böhlau

Ratsmädel- und Altweimarische Geschichten

Historische Novellen aus Goethezeit, Bürgerleben und Frauenalltag im alten Weimar. 22,9 cm / 15,2 cm / 0,6 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 84 Seiten
EAN 9788027369102
Veröffentlicht Februar 2023
Verlag/Hersteller e-artnow
9,60 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Helene Böhlaus "Ratsmädel- und Altweimarische Geschichten" versammelt Erzählungen, die das bürgerliche und höfische Weimar vergangener Jahrzehnte mit feiner Beobachtungsgabe vergegenwärtigen. Zwischen historischer Skizze, Sittengemälde und psychologisch genauer Novelle entfaltet Böhlau eine Welt aus Amtsstuben, Familienhäusern, Gassen, Standesgrenzen und weiblichen Lebensläufen. Ihr Stil verbindet realistische Anschaulichkeit mit leiser Ironie und einem sicheren Sinn für mündliche Überlieferung; literarisch steht das Buch im Kontext des späten 19. Jahrhunderts, das regionale Erinnerung, Sozialgeschichte und Frauenperspektive neu erzählerisch fruchtbar machte. Helene Böhlau, 1856 in Weimar geboren, war mit der kulturellen Aura der Stadt und ihren Nachwirkungen der Goethezeit von Kindheit an vertraut. Als Tochter des Verlegers Hermann Böhlau bewegte sie sich früh in einem Milieu, in dem Literatur, Geschichte und bürgerliche Bildung selbstverständlich waren. Ihre besondere Aufmerksamkeit für Frauenfiguren, soziale Zwänge und lokale Traditionen erklärt sich aus dieser Herkunft ebenso wie aus ihrem späteren selbständigen schriftstellerischen Weg. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die historische Prosa nicht als bloße Nostalgie, sondern als genaue Kulturdiagnose schätzen. Böhlau macht Altweimar lebendig, ohne es zu verklären, und zeigt in kleinen Schicksalen größere gesellschaftliche Ordnungen. Wer Fontanes Milieukunst oder die erzählerische Ethnographie regionaler Literatur liebt, wird hier eine kluge, eigenständige Stimme entdecken.