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»Ein Text, der sanft auf die Härte schaut, die unsere Gegenwart prägt« Alice Hasters Hendrik Bolz schreibt über einen jungen Mann in der Krise, über eine Ankunft in Berlin am Ende der Nullerjahre und über die scheiternde Anpassung an ein rätselhaftes Wertesystem. Ein greller und zugleich feiner Blick in eine Zeit, aus der unsere Gegenwart geworden ist. Aus Stralsund nach Zehlendorf, aus dem Plattenbau an einen Campus voller linksalternativer westdeutscher Mittelschichtskids. Von einem mehrjährigen bekifften Nachmittag auf der Couch in eine endlose Spätschicht als Verkäufer im Esprit-Store am Kudamm. In den Nachrichten Bankenrettung und Austerität, im Posteingang SMS von neuen Bekanntschaften, die zwar irgendwie interessiert wirken, von einem Freund oder Partner aber anderes erwarten als das, was er im Angebot hat: Einen aufgepumpten Oberkörper, eine weggedrückte Vergangenheit im Nachwendechaos und das stetige Gefühl, sich auf einem Schlachtfeld bewähren zu müssen. Also heißt es weiterhin: zwei, drei Bier, sobald sich etwas im Inneren zu regen scheint, und wenn einer dumm kommt, muss man drauf. Und irgendwann die Frage, ob der Umzug nicht doch ein großer Irrtum war.
Hendrik Bolz wurde 1988 in Leipzig geboren, wuchs in Stralsund auf und zog später nach Berlin. Er setzte ein Studium in den Sand, schloss ein anderes ab und schaffte schließlich den Durchbruch mit der Band Zugezogen Maskulin. Heute ist er u. a. Host des preisgekrönten Podcasts »Springerstiefel« und freier Autor. Sein Debüt »Nullerjahre« war ein Bestseller.