Blick ins Buch

Holger Glinka

Zur Genese autonomer Moral

Eine Problemgeschichte des Verhältnisses von Naturrecht und Religion in der frühen Neuzeit und der Aufklärung. Unveränderter Print-on-Demand-Nachdruck der 2. verb. Auflage von 2012. 22,9 cm / 15,4 cm / 2,2 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 396 Seiten
EAN 9783787324569
Veröffentlicht Januar 2012
Verlag/Hersteller Felix Meiner Verlag

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Beschreibung

Vor dem Hintergrund einer religionsgeschichtlichen und naturphilosophischen Rekonstruktion des frühneuzeitlichen Gesetzesbegriffs beschreibt der Autor die Ablösung einer theologisch fundierten durch eine philosophisch begründete Moral. Bestimmt wird diese nicht linear verlaufende Problemgeschichte von einem Primat des Rechts insofern, als sich die Moral erst allmählich aus "theonomen Formularen" des alten Naturrechts herauslöst.
Das Buch erläutert diesen Prozeß in vier Stadien: 1. das Souveränitätskonzept Bodins, dem Anspruch nach säkular, aber auf einem animistischen Fundament beruhend; 2. Hobbes' Begründung des inneren Staats- bzw. Bürgerrechts, die aus seinem Kontraktualismus resultiert; 3. Spinozas Diskreditierung von Religiosität als defizientem Modus des Vernunftverhältnisses zur Natur; und schließlich 4. D'Holbachs strikt areligiöse und physiologische Begründung des Moralsystems.
Der Übergang von einer 'theologie-politischen' zu einer 'rein vernünftigen 'Autonomie ermöglichte es später Kant, eine bloß naturphilosophische Deutung des Menschen wie jedwede Bevormundung durch gesellschaftliche Fremdbestimmung zurückzuweisen.

Portrait

Holger Glinka, geb. 1967. Studium der Philosophie, allgemeinen und vergleichenden Sprachwissenschaft, Germanistik und Soziologie in Bochum und Bielefeld. Promotion 2008. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Klassische deutsche Philosophie und Mitglied des Forschungszentrums für Klassische deutsche Philosophie / Hegel-Archiv der Ruhr-Universität Bochum. Redakteur der Hegel-Studien.