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Der Frauenmörder ist ein Kriminal- und Gesellschaftsroman, in dem Hugo Bettauer die Faszination des Verbrechens mit einer scharfen Analyse moderner Großstadtängste verbindet. Hinter der reißerischen Signatur des Titels entfaltet sich weniger ein bloßes Rätselspiel als eine Studie über Gewalt, Sexualmoral, Öffentlichkeit und die Mechanismen der Sensationspresse. Bettauers Stil ist knapp, feuilletonistisch geschult und von dialogischer Beweglichkeit; er steht im literarischen Umfeld der Wiener Zwischenkriegsprosa, die Unterhaltung, Milieubeobachtung und soziale Kritik produktiv verschränkt. Hugo Bettauer, 1872 in Baden bei Wien geboren, war Journalist, Romancier und streitbarer Publizist. Seine Erfahrungen mit urbaner Modernität, Zeitungswesen, Emigration und gesellschaftlichen Reformdebatten prägten sein Schreiben nachhaltig. Wie in Die Stadt ohne Juden interessierte ihn auch hier die Pathologie einer Gesellschaft, die ihre eigenen Ängste auf Außenseiter, Frauen und vermeintliche Täter projiziert. Seine liberale Haltung, sein Einsatz für sexuelle Aufklärung und seine Kritik an Heuchelei erklären die provokante Energie dieses Romans. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Kriminalliteratur nicht nur als Spannung, sondern als kulturhistorisches Dokument verstehen möchten. Der Frauenmörder zeigt Bettauer als wachen Diagnostiker seiner Zeit: zugänglich, pointiert, beunruhigend aktuell und literarisch weit anspruchsvoller, als sein sensationsnaher Titel zunächst vermuten lässt.
Maximilian Hugo Bettauer (1872 - 1925) war ein österreichischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Bettauer spezialisierte sich auf Kriminalromane mit sozialem Engagement. Populär wurden seine Romane auch dadurch, dass ihre Schauplätze nicht allein Wien, sondern auch New York und Berlin waren. Er gehörte damit nicht nur zu den umstrittensten, sondern auch erfolgreichsten Schriftstellern seiner Zeit.