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Die Bildhauerin Ilka Raupach verbindet mit dem Fotografen Karl Blossfeldt weit mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Blossfeldt, der selbst als Bildhauer begann und die Fotografie als Mittel der Formstudie nutzte, wird in ihrer Arbeit diesmal zum stillen Bezugspunkt. Wie sie in Wundergarten - ihrem dritten Buch bei uns - zeigt, knüpft Ilka Raupach nicht nur an die lange Tradition der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Pflanzenwelt an, sondern teilt auch Blossfeldts Leidenschaft für den Formenreichtum der Natur. Ausgangspunkt ist bei beiden eine intensive Beobachtung von Naturformen, ihren Strukturen, Rhythmen und Ordnungen, die Raupach sowohl plastisch als auch grafisch untersucht. Anders als bei Blossfeldt entstehen ihre Arbeiten jedoch häufig unter freiem Himmel und im direkten Kontakt mit dem Material. Holz, Papier, Pflanzenfasern oder gefundene Naturstoffe werden nicht idealisiert, sondern als Träger von Geschichte, Ort und Veränderung begriffen. Vergrößerung, Fragmentierung und serielle Ordnung machen sichtbar, was im Alltäglichen oft übersehen wird. Der Autor Jörg Wunderlich beschreibt diesen Ansatz so: "Bei ihren Holzskulpturen greift sie analog zu Blossfeldt auf das Mittel der Vergrößerung zurück, führt dabei die plastische Essenz und die Formvielfalt buchstäblich vor Augen." Der Titel Wundergarten verweist damit nicht nur auf die ästhetische Dimension der Natur, sondern auch auf ihre Vergänglichkeit. Indem ein Objekt herausgestellt wird, wird es dem natürlichen Verfall für einen Moment entzogen, das Prozessuale tritt zurück. Die Zeit scheint angehalten - auch wenn dem nicht so ist. So wird Wundergarten zu einer Arbeit nicht nur über Natur, sondern auch über Zeit. Womit wir auch wieder bei Blossfeldt wären.