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Was geschieht, wenn Italien seine dunkelste Seite zeigt - wenn hinter barocker Schönheit ein Abgrund lauert und die Schönheit der Musik zum Fluch wird? Isabel Ferreira entführt uns in acht meisterhafte Schauergeschichten, die das Land der Sehnsucht in eine Kulisse des Grauens verwandeln.
Im Mittelpunkt steht die titelgebende Erzählung über den legendären Geigenvirtuosen Niccolò Paganini - ein Mann, dem die Kirche zu Lebzeiten den Teufelspakt unterstellte und dem sie selbst im Tod die Sakramente verweigerte. Was folgt, ist eine einzigartige Geisterwanderung durch das nächtliche Genua: eindringlich, atmosphärisch dicht und mit psychologischer Tiefe erzählt. Ferreira verleiht dem historischen Stoff eine sprachliche Unmittelbarkeit, die unter die Haut geht.
Doch der Band beschränkt sich nicht auf eine einzige Geschichte. Sieben weitere Erzählungen führen den Leser durch ein Italien, das man so noch nicht kannte - von verwitterten Palästen Venedigs über schweigende Bergdörfer Südtirols bis zu den schwefelgelben Küsten Siziliens. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen, trägt ihr eigenes Tempo, ihre eigene Atmosphäre, und doch verbindet alle ein gemeinsamer Geist: die Überzeugung, dass unter dem Glanz der Schönheit stets das Unheimliche wartet.
Was Ferreiras Prosa besonders auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, Grauen nicht durch plumpe Schreckenselemente, sondern durch Stimmung, Schweigen und die Abwesenheit des Erwarteten zu erzeugen. Ihre Sprache ist präzise, bisweilen fast klinisch - und gerade dadurch umso verstörender.
Ein unverzichtbares Lesevergnügen für alle Liebhaber literarischer Horrorliteratur und für alle, die Italien von seiner schattenhaften Seite entdecken wollen.
Isabel Ferreira ist eine Autorin, die sich auf atmosphärische Horrorgeschichten und historische Dunkelheit spezialisiert hat. Ihre Erzählungen erforschen die Schnittstelle zwischen Musik, Übernatürlichem und menschlicher Obsession. Mit einem Faible für italienische Geschichte und Folklore schafft sie Welten, in denen das Mystische und das Reale verschwimmen. Ferreira lebt zurückgezogen und nutzt ihre Zeit vorwiegend für intensive Recherche und das Verfassen atmosphärisch dichter Narrationen. Sie ist bekannt für ihren psychologischen Ansatz beim Schreiben von Horror, der weniger auf Schockeffekte als auf psychologische Tiefe setzt.