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Gespräch und Texte zum Judentum, zur Wissenschaft, zur Zeit und Zeitgeschichte
Als Rabbiner lehrte Ismar Schorsch über lange Jahre am Jewish Theological Seminary in New York. Als Gelehrter hatte ihn Leopold Zunz, der Begründer der Wissenschaft des Judentums inspiriert, über den er sein biografisches Opus Magnum verfasste. Darin zeichnet er den Traum der politischen und religiösen Freiheit nach, die auch im deutschen Judentum zu tiefgreifenden Reformen führen sollte. Die Hoffnung scheiterte und das 20. Jahrhundert zerstörte alle Illu-sionen über die deutsch-jüdische Symbiose. Im Gespräch gibt Ismar Schorsch Auskunft über seine Biographie und seinen wissenschaftlichen Werdegang. Die ausgewählten Essays zur Thora zeigen ein poetisches Denken, das hilft, sich der bedrängenden Geschichte zu erinnern und im Spiegel der heiligen Texte auch persönlichen Trost zu entfalten. Sie zeigen eine Freiheit des Denkens, die aus dem Geist des religiösen Judentums heraus lebt und mit Heinrich Heine, einem der frühen Vertreter der Wissenschaft des Judentums, diesen sowohl polemisch als auch poetisch Gehör zu verschaffen sucht. Kritisch forderte ihn das religiöse Bewusstsein zu einer deutlichen Position gegenüber Hannah Arendt und ihren Überlegungen zum Eichmann-Prozess heraus. Zuletzt äußerte er sich öffentlich auch zu aktuellen politischen Tendenzen in Israel.
Ismar Schorsch, geb. 1935 in Hannover, ist emeritierter Kanzler des Jewish Theological Seminary in New York, war Präsident des Leo Baeck Instituts und Rabbi-Herman Abramovitz-Professor für Jüdische Geschichte. 2019 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Veröffentlichungen u. a.: Leopold Zunz: Vorkämpfer der Emanzipation und Begründer der Wissenschaft des Judentums. Biographie 1794-1886 (2024); 'Better a Scholar than a Prophet'. Studies on the Creation of Jewish Studies (2021); Drei Vorträge zur Wissenschaft des Judentums (Leopold Zunz - Abraham Geiger - Moritz Steinschneider) (2018).