Ivan Cankar

Das Haus der Barmherzigkeit. Frau Judit.

Zwei Romane aus dem Slowenischen neu übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Erwin Köstler. Porträt des Autors. 20,8 cm / 12,6 cm / 2,5 cm ( B/H/T )
Buch (Hardcover), 224 Seiten
EAN 9783708406992
Veröffentlicht November 2024
Verlag/Hersteller Heyn, Johannes
Übersetzer Übersetzt von Erwin Köstler
26,90 inkl. MwSt.
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Beschreibung

"Sie redeten skandalöses Zeug über meine Moral."
"Das Haus der Barmherzigkeit" gilt als ein Höhepunkt der slowenischen literarischen Moderne. In dem 1904 erschienenen Roman erzählt Ivan Cankar in leisen, poetischen Tönen vom Leben unheilbar kranker Mädchen in einem Wiener Spital - und in aller Deutlichkeit von ihren Traumen und vom Elend, dem die Kinder draußen in der beinharten Realität der Donaumetropole ausgesetzt waren: von Armut, Misshandlung, sexuellem Missbrauch. Die zeitgenössischen Rezensenten verrissen das Buch und warfen dem Autor Dekadenz und Pornographie vor, die man dem "gesunden" slowenischen Volk nicht zumuten könne. Für die gehässigen Kritiken revanchierte sich Cankar noch im selben Jahr mit "Frau Judit". Die Satire auf die Doppelmoral und den fehlenden Kunstverstand der selbsternannten Hüter des Volkes ist eingebettet in die Erzählung von einer selbstbewussten Frau, die offen lebt, was andere im Verborgenen tun ...
Erwin Köstlers Neuübersetzung klingt verblüffend aktuell. Sie unterstreicht die zentrale Bedeutung dieser beiden Romane für das Werk Ivan Cankars sowie dessen enorme Gabe, genau zu beobachten und sich in seine Figuren hineinzuversetzen.
"Und wie sie alle verächtlich über das plumpe, große, hässliche Leben lachten, so lachte auch der Kanarienvogel."

Portrait

Ivan Cankar, geb. 1876 in Vrhnika (Oberlaibach), gest. 1918 in Ljubljana, war der bedeutendste und einflussreichste slowenische Autor der Moderne. Er lebte 1896 bis 1897 sowie 1899 bis 1909 in Wien und thematisierte das Leben in der Großstadt in einer Vielzahl von Erzählungen und Romanen. Als streitbarer Satiriker, Essayist und politischer Denker trat Cankar gegen intellektuellen Provinzialismus und politischen Opportunismus in jeglicher Form auf, was ihm immer wieder Anfeindungen von Seiten der Kritik, aber auch politische Repressalien von Seiten der österreichischen Behörden einbrachte.

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