Konsum als modernes Strukturprinzip von Liebe? - Jakob Ulmer

Jakob Ulmer

Konsum als modernes Strukturprinzip von Liebe?

Zur Einordnung der Illouz`schen Liebesprinzipien durch die vergleichende Analyse der mittelalterlichen Texte "Erec" und "Die schöne Magelone"
eBook (pdf)
EAN 9783389203682
Veröffentlicht August 2026
Verlag/Hersteller GRIN Verlag

Auch erhältlich als:

Buch (Softcover)
18,95
15,99 inkl. MwSt.
Teilen
Beschreibung

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwiefern die von Eva Illouz beschriebene Verbindung von Liebe und Konsum ein genuin modernes Phänomen darstellt oder ob sich vergleichbare Strukturen bereits in mittelalterlichen Liebeskonzeptionen finden lassen. Ausgangspunkt ist Illouz' Konzept des "emotionalen Kapitalismus", in dem romantische Liebe eng mit Konsumpraktiken, ökonomischen Strukturen und ritualisierten Formen der romantischen Begegnung verbunden ist. Ergänzend werden die Konzepte der Liminalität und Liminoidität nach Victor Turner herangezogen, um die unterschiedlichen Formen romantischer Erfahrung theoretisch zu erfassen.
Im Zentrum der vergleichenden literaturwissenschaftlichen Analyse stehen Hartmann von Aues "Erec" und "Die schöne Magelone". Untersucht wird insbesondere die Funktion materieller Objekte, Liebesgaben und symbolischer Austauschprozesse innerhalb der dargestellten Beziehungen. Die Analyse von Erec zeigt, dass Kleidung und Besitz vor allem als sichtbare Zeichen von Status, sozialer Zugehörigkeit und Integration fungieren. Auch die Einkleidung Enites verändert nicht primär die emotionale Qualität ihrer Beziehung zu Erec, sondern ermöglicht ihre Anerkennung innerhalb der höfischen Ordnung. In Die schöne Magelone übernimmt insbesondere der Ring eine zentrale kommunikative und symbolische Funktion: Er vermittelt soziale Stellung, stabilisiert die Beziehung und bewahrt die Erinnerung an den Geliebten, ohne dabei als Konsumobjekt im modernen Sinne zu fungieren.
Der Vergleich zeigt, dass materielle Objekte sowohl in mittelalterlichen als auch in modernen Liebeskonzeptionen eine wichtige Rolle spielen, ihre Funktion jedoch grundlegend verschieden ist. Während Illouz für die Moderne eine konsumvermittelte Erzeugung romantischer Intensität beschreibt, dienen materielle Zeichen im Mittelalter primär der sozialen Kommunikation, Repräsentation und Stabilisierung von Beziehungen. Die Arbeit kommt daher zu dem Ergebnis, dass Konsum als strukturierendes Prinzip romantischer Erfahrung als spezifisch modernes Phänomen verstanden werden kann, während die materielle Vermittlung von Liebe bereits in der mittelalterlichen Literatur fest verankert ist. Der entscheidende historische Wandel liegt somit weniger in der Existenz materieller Liebeszeichen als in ihrer Einbindung in ökonomische Strukturen und ihrer Funktion bei der Produktion romantischer Gefühle.

Technik
Sie können dieses eBook zum Beispiel mit den folgenden Geräten lesen:
• tolino Reader 
Laden Sie das eBook direkt über den Reader-Shop auf dem tolino herunter oder übertragen Sie das eBook auf Ihren tolino mit einer kostenlosen Software wie beispielsweise Adobe Digital Editions. 
• Sony Reader & andere eBook Reader 
Laden Sie das eBook direkt über den Reader-Shop herunter oder übertragen Sie das eBook mit der kostenlosen Software Sony READER FOR PC/Mac oder Adobe Digital Editions auf ein Standard-Lesegeräte. 
• Tablets & Smartphones 
Möchten Sie dieses eBook auf Ihrem Smartphone oder Tablet lesen, finden Sie hier unsere kostenlose Lese-App für iPhone/iPad und Android Smartphone/Tablets. 
• PC & Mac 
Lesen Sie das eBook direkt nach dem Herunterladen mit einer kostenlosen Lesesoftware, beispielsweise Adobe Digital Editions, Sony READER FOR PC/Mac oder direkt über Ihre eBook-Bibliothek in Ihrem Konto unter „Meine eBooks“ -  „online lesen“.
 
Bitte beachten Sie, dass die Kindle-Geräte das Format nicht unterstützen und dieses eBook somit nicht auf Kindle-Geräten lesbar ist.
Hersteller
GRIN Verlag
Petersplatz 8

DE - 80331 München

E-Mail: info@grin.com