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Studienarbeit aus dem Jahr 2025 im Fachbereich Kulturwissenschaft, Note: 1,3, Universität Augsburg (Philologisch-historische Fakultät: Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft), Veranstaltung: Abschied vom Winter. Vom Ende der Jahreszeiten (Kompaktseminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Untersuchung widmet sich der Konstruktion und Funktion von Moral in Wedekinds Werk. In der von rigiden Normen geprägten Gesellschaft fungiert die bürgerliche Moral weniger als ethischer Orientierungsmaßstab denn als Instrument sozialer Disziplinierung. Ziel der Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und den natürlichen Impulsen der jugendlichen Protagonisten herauszuarbeiten.
Ausgangspunkt der Analyse bildet die These, dass die tragischen Entwicklungen der Figuren als systemimmanente Konsequenz eines repressiven moralischen Gefüges zu verstehen sind. Dieses System ersetzt genuine Selbsterkenntnis durch Tabuisierung und verschiebt individuelle Verantwortung zugunsten normativer Anpassung. Insbesondere die Tabuisierung sexueller Aufklärung fungiert dabei nicht lediglich als Informationsdefizit, sondern als bewusste sprachliche Strategie sozialer Kontrolle.
"Das Fleisch hat seinen eigenen Geist" (Krämer 2014, 1310). Mit diesem programmatischen Diktum formuliert Frank Wedekind eine radikale Absage an die moralischen Normsysteme seiner Zeit. Sein 1891 publiziertes Drama "Frühlings Erwachen" verfolgt das Ziel, die moralischen und pädagogischen Strukturen der wilhelminischen Gesellschaft einer fundamentalen Kritik zu unterziehen. In Analogie zur britischen viktorianischen Epoche wird deren Absolutheitsanspruch im Kontext der beginnenden Moderne zunehmend infrage gestellt. Im Zentrum des Dramas steht die Adoleszenz als konfliktreiche Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsensein. Das Erwachen der Sexualität kollidiert dabei mit einem moralischen System, das auf Disziplinierung, Schweigen und normativer Kontrolle basiert. Besonders die Tabuisierung sexueller Aufklärung erweist sich als strukturelles Problem, da sie die Jugendlichen in einen Zustand existenzieller Unwissenheit versetzt und damit entscheidend zur tragischen Entwicklung der Handlung beiträgt.
Janis Alina Hindelang gebürtige Allgäuerin und Literatur- und Kulturwissenschaftlerin (B.A.) mit einem ausgeprägten Gespür für die Schnittstellen von Literatur, Kultur und gesellschaftlichem Diskurs. Nach ihrem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg spezialisierte sie sich auf die Erforschung von Erinnerungskultur, Diskursanalyse und Rhetorik. In ihren Arbeiten macht sie verborgene Bedeutungen hörbar und politische sowie soziale Narrative erfahrbar. -Ihre Texte, die sie auch unter dem Pseudonym "textdiver" veröffentlicht, verbinden sprachliche Präzision mit kritischer Beobachtung. Neben ihrer akademischen Expertise bringt sie umfangreiche praktische Erfahrung aus dem Bildungssektor und der sozialen Projektarbeit (u.a. Caritasverband Augsburg) ein. Diese Verbindung aus theoretischer Tiefe und administrativer Kompetenz prägt ihr Profil als Expertin für Text- und Kulturtransfer. -Ihre Schwerpunkte liegen in der Programmarbeit, dem Lektorat sowie dem Wissenschaftsmanagement. Mit fundierten Kenntnissen in Digital Humanities und moderner Textproduktion (KI-gestützt) entwickelt sie Perspektiven, die zum Nachdenken anregen und die transformative Kraft der Sprache nutzen. - Textdiver.com | Portfolio & Redaktion - Essays & Artikel | Medium: @janisalina.wortakrobatin - Fachpublikationen (GRIN Verlag): grin.com/user/4522739