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Wie mit Russland umgehen, ist eine Frage, die Europa und den Westen schon seit Jahrhunderten umtreibt. Spätestens seit dem Sieg über Napoleon gehört Russland faktisch zum Konzert der großen Mächte. Aber anders als die anderen Großmächte wurde es nicht als gleichberechtigter Partner mit ausverhandelbaren Interessen gesehen, sondern vielmehr als Outlaw, dem nicht zu trauen sei. Daraus entwickelte sich eine Russophobie, die auch die Identität Europas mitprägte. Jeffrey Sachs zeichnet in einem großen historischen Bogen diese Entwicklung nach, um schließlich auf die gescheiterte europäische Friedensordnung nach 1990 einzugehen. Dieser Streifzug macht viele Konstanten europäischer Russlandpolitik deutlich: ein moralisches Überlegenheitsgefühl, das Negieren legitimer russischer Interessen oder die Exklusion Russlands aus europäischen Sicherheitsstrukturen. Aber er zeigt auch, wie gefährlich und selbstzerstörerisch ein solcher Weg für Europa war und ist. Es wird Zeit umzudenken!
Jeffrey Sachs, geboren 1954 in Detroit, Michigan, USA; ist ein renommierter Entwicklungsökonom und Leiter des Zentrums für nachhaltige Entwicklung an der Columbia University. Der breiten Öffentlichkeit wurde er als Direktor des UN-Millenium-Projekts zur globalen Armutsbekämpfung bekannt. Er hat weltweit Regierungen beraten, unter anderem in Lateinamerika sowie im postkommunistischen Polen und Russland, wo er half, marktwirtschaftliche Reformen durchzuführen. Sachs ist Präsident des UN Sustainable Development Solutions Network, Co-Vorsitzender des Council of Engineers for the Energy Transition, Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften im Vatikan und Kommissar der UN Broadband Commission for Sustainable Development.