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Geld regiert die Welt - doch zerstört es auch die Seele? Der Liebiwyler ist ein wohlhabender Bauer, dessen Stolz und Geiz ihn in einen bitteren Konflikt mit seiner Frau Anne Mareili stürzen. Ein kleiner Betrug löst eine Lawine aus Misstrauen und Groll aus, die das Fundament ihres gemeinsamen Lebens zu untergraben droht. Inmitten dieser Zerreissprobe müssen ihre Kinder ihren eigenen Weg finden, während der Hof am Abgrund steht. Jeremias Gotthelf zeichnet in seinem grossen Roman "Geld und Geist" ein unvergessliches Porträt menschlicher Verfehlungen und der mühsamen Suche nach Vergebung. Es ist die zeitlose Geschichte einer Familie, die lernen muss, dass wahrer Wohlstand nur dort gedeiht, wo der Geist über das Geld triumphiert. Ein Meisterwerk des Realismus, das durch seine psychologische Tiefe und sprachliche Wucht besticht.
Jeremias Gotthelf, mit bürgerlichem Namen Albert Bitzius (1797-1854), war weit mehr als nur ein Schriftsteller; er war Pfarrer, Sozialreformer und ein scharfzüngiger Beobachter seiner Zeit. Geboren in Murten und tief verwurzelt im bernischen Emmental, nutzte er seine Literatur als Kanzel, um die sozialen und moralischen Missstände des bäuerlichen Lebens anzuprangern. Sein Schreibstil ist einzigartig: Er verbindet eine archaische, kraftvolle Sprache, die oft vom Berner Dialekt durchsetzt ist, mit einer tiefen psychologischen Einsicht und religiösem Ernst. Während er zu Lebzeiten oft als reiner "Volksschriftsteller" unterschätzt wurde, erkannte die Nachwelt in ihm einen Giganten des Realismus.