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Wenn Spazierengehen zur Kunst des Augenblicks wird In 18 stillen Episoden begleitet dieser Manga einen namenlosen Mann durch die Vororte einer japanischen Großstadt. Er klettert barfuß auf Bäume, um Kinderspielzeug zu retten, beobachtet Vögel, spielt in Pfützen und bringt eine Muschel zurück ans Meer. Ohne dramatische Handlung oder große Worte entfaltet sich hier eine feinsinnige Erzählung über die kleinen Wunder des Alltags - über das Glück, sich Zeit zu nehmen und die Welt mit wachen Augen zu sehen. Taniguchis detailreicher, realistischer Zeichenstil verwandelt Bushaltestellen, Kirschbäume und Betonufer in eine dichte, atmosphärische Kulisse. Die scheinbar ereignislosen Momente berühren tief, weil sie zum Innehalten einladen und zeigen: Wahres Glück liegt in der Wahrnehmung des Augenblicks. 'Der spazierende Mann' steht als Sinnbild für Entspannung und die Wertschätzung des Moments, eine Einladung, den allgegenwärtigen Stress hinter sich zu lassen und die Schönheit in den kleinen Dingen zu finden. Mit der visuellen Kraft des Manga und einem gedrosselten Erzähltempo schafft Jiro Taniguchi eine meditative Erfahrung.
Der spazierende Mann ist eine meditative Ode an die Stille - ein zeitloses Werk über Achtsamkeit, Freiheit und die Kunst, im Moment zu leben.
Jiro Taniguchi wurde 1947 in Tottori, Japan, geboren und gilt heute weltweit als einer der renommiertesten Mangazeichner. Seine Karriere als Zeichner startete er 1972 mit dem Manga 'Kareta Heya'. Ab 1974 entstanden unter der Mitarbeit des Journalisten Natsuo Sekikawa Kriminalstorys, zu Beginn der 1980er Jahre schuf er mit Szenarist Carib Marley mehrere Boxergeschichten. An der Serie 'Botchan no Jidai Kara' (dt. etwa 'In der Zeit von Botchan'), einem Werk über das intellektuelle Leben in Japan gegen Ende des 19. Jahrhunderts, arbeitete der Zeichner ab 1986 und wurde mit Erscheinen des fünften Bandes im Jahr 1998 dafür mit dem Osamu-Tezuka-Culture-Award geehrt. Neben weiteren Genre-Arbeiten wie 'NY no Benkei' (übers. 'Benkei in New York', 1994) begann Taniguchi in den 1990er-Jahren seinen Geschichten einen persönlichen Ton zu geben und aus dem Alltäglichen heraus zu erzählen. So entstand neben 'Inu o Kau' (dt. TRÄUME VON GLÜCK), einer einfühlsamen Schilderung des Sterbens eines Haustieres, die Kurzgeschichtensammlung 'Aruku Hito' (dt. DER SPAZIERENDE MANN). 1994 folgte 'Chichi no Koyomi' (dt. DIE SICHT DER DINGE), 1997 erschien der Band 'Harukana Machi-E', für den er auf dem internationalen Comicfestival in Angoulême 2003 als bester Szenarist ausgezeichnet wurde. Dieses Schlüsselwerk erschien unter dem Titel VERTRAUTE FREMDE 2007 bei Carlsen und wurde auch in Deutschland bereits zweimal prämiert: als 'Comic des Jahres 2007' sowie - auf dem Comic-Salon Erlangen 2008 - mit dem Max und Moritz-Preis als 'Bester Manga'. Weitere Titel folgten, darunter der autobiografisch inspirierte Band EIN TOD IM WINTER über einen aufstrebenden Manga-Zeichner, den es in die Metropole Tokio zieht, sowie DER KARTOGRAPH, eine im historischen Edo angesiedelte Geschichte. Jiro Taniguchi gilt heute weltweit als einer der renommiertesten Manga-Zeichner, dessen Werke auf Deutsch bei Carlsen und Schreiber und Leser erscheinen. Für einige Geschichten arbeitete er mit anderen Autoren wie Masayuki Kusumi (DER GEHEIME GARTEN VOM NAKANO BROADWAY und DER GOURMET) oder Autorinnen wie Hiromi Kawakami (DER HIMMEL IST BLAU, DIE ERDE IST WEISS) zusammen. Mit DIE WÄCHTER DES LOUVRE schuf Taniguchi 2014 ein großformatiges Album als Auftragsarbeit des Museum Louvre, das jährlich in Zusammenarbeit mit dem französischen Verlag Futuropolis berühmten Comickünstlern einen eigenen Blick auf die ehrwürdige Kulturinstitution gewähren lässt. Im Jahr 2016 erschien IHR NAME WAR TOMOJI, die Lebensgeschichte Tomoji Uchidas, die in den 1930er-Jahren den buddhistischen Shojushin-Tempel in Tachikawa gründete. Sensibel und eindringlich beschreibt Taniguchi ihre Kindheit und Jugend in einem Dorf am Fuße des Yatsugatake während der Taisho-Epoche (1912-1926). 2016 ehrte der Comic-Salon Erlangen den Künstler mit einer großen Ausstellung. Sein mit einer kleinen Rahmenhandlung versehener, komplett farbiger Bildband VENEDIG (der zunächst als Buchedition exklusiv für Louis Vuitton entstand), ist 2017 als reguläre deutsche Buchhandelsausgabe bei Carlsen erschienen. Am 11. Februar 2017 verstarb Jiro Taniguchi im Alter von 69 Jahren.