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"Die natürliche Tochter" von Johann Wolfgang von Goethe ist ein Trauerspiel, das sich mit den Themen Macht, Intrigen und familiären Bindungen auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht Eugenie, die uneheliche Tochter eines Herzogs, die nach dem Tod ihrer Mutter in die höfische Gesellschaft eingeführt werden soll. Der Herzog hofft, dass der König Eugenie als seine Tochter anerkennt und ihr die Rechte einer Fürstin gewährt. Doch die Pläne des Herzogs werden durch die Intrigen seines eigenen Sohnes und dessen Verbündeten bedroht, die Eugenies Anerkennung verhindern wollen, um ihre eigenen Machtansprüche zu sichern. Das Stück beginnt mit einer Jagdszene, in der Eugenie durch ihre Kühnheit auffällt. Der König, beeindruckt von ihrer Tapferkeit, erfährt von ihrer wahren Identität und verspricht, sie in die königliche Familie aufzunehmen. Doch die Freude über diese Aussicht wird durch die Machenschaften des Herzogs Sohnes getrübt, der Eugenie als Bedrohung für sein Erbe sieht. Unterstützt von einem Sekretär und einem Weltgeistlichen, plant er, Eugenie zu entführen und verschwinden zu lassen. Die Hofmeisterin, die Eugenie von klein auf betreut hat, wird in die Intrigen verwickelt und steht vor der moralischen Herausforderung, zwischen Loyalität zu ihrem Schützling und den Drohungen der Verschwörer zu wählen. Trotz der drohenden Gefahr bleibt Eugenie optimistisch und vertraut auf die Gunst des Königs und die Unterstützung ihres Vaters. Goethe thematisiert in diesem Werk die Konflikte zwischen persönlichem Glück und politischen Interessen, die Rolle der Frau in der Gesellschaft und die moralischen Dilemmata, die sich aus Machtkämpfen ergeben. "Die natürliche Tochter" ist ein komplexes Drama, das die Zuschauer dazu anregt, über die Konsequenzen von Ehrgeiz und Verrat nachzudenken.
Johann Wolfgang Goethe, ab 1782 von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; - 22. März 1832 in Weimar, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach), war ein deutscher Dichter und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung.
Goethe stammte aus einer angesehenen bürgerlichen Familie; sein Großvater mütterlicherseits war als Stadtschultheiß höchster Justizbeamter der Stadt Frankfurt, sein Vater Doktor der Rechte und Kaiserlicher Rat. Er und seine Schwester Cornelia erfuhren eine aufwendige Ausbildung durch Hauslehrer. Dem Wunsch seines Vaters folgend, studierte Goethe in Leipzig und Straßburg Rechtswissenschaft und war danach als Advokat in Wetzlar und Frankfurt tätig. Gleichzeitig folgte er seiner Neigung zur Dichtkunst. Die ersten Anerkennungen in der Welt der Literatur erzielte er 1773 mit dem Drama Götz von Berlichingen, das ihm nationalen Erfolg eintrug, und 1774 mit dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, dem er sogar europäischen Erfolg verdankte. Beide Werke sind der literarischen Strömung des Sturm und Drang (1765 bis 1785) zuzuordnen.
Als 26-Jähriger wurde er an den Hof von Weimar eingeladen, wo er sich schließlich für den Rest seines Lebens niederließ. Er bekleidete dort als Freund und Minister des Herzogs Carl August politische und administrative Ämter und leitete ein Vierteljahrhundert das Weimarer Hoftheater. Die amtliche Tätigkeit mit der Vernachlässigung seiner schöpferischen Fähigkeiten löste nach dem ersten Weimarer Jahrzehnt eine persönliche Krise aus, der sich Goethe durch die Flucht nach Italien entzog. Die Italienreise von September 1786 bis Mai 1788 empfand er wie eine "Wiedergeburt". Ihr verdankte er die Vollendung wichtiger Werke wie Iphigenie auf Tauris (1787), Egmont (1788) und Torquato Tasso (1790).