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Es gibt Bücher, die Wissen bewahren; und solche, die davon erzählen, was geschieht, wenn Menschen versuchen, Wissen auszulöschen. Als Gedanken Feuer fingen handelt von Macht, Angst und dem Versuch, Gedanken und Erinnerungen zu kontrollieren. Von Kaiser Qin Shi Huang über Alexandria und Nalanda bis zu den Bücherverbrennungen von 1933 zeigt sich ein erschreckend ähnliches Muster: Wo Bücher vernichtet werden, geraten Ideen, Sprachen, Erkenntnisse und kulturelle Erinnerungen in Gefahr. Bücher werden zu Feinden, weil sie Fragen stellen, Widerspruch ermöglichen und Wissen bewahren. Doch die Geschichte der Bücherverbrennungen ist auch eine Geschichte des Überlebens. Menschen haben geschrieben, gesammelt, übersetzt, versteckt und gerettet. Selbst nach größter Zerstörung wurden Gedanken weitergetragen. Gerade angesichts von Zensur, Desinformation und digitaler Löschung ist dieses Thema heute hochaktuell. Die Flammen mögen unsichtbarer geworden sein. Der Versuch, unliebsame Gedanken zum Schweigen zu bringen, ist geblieben. Als Gedanken Feuer fingen erinnert daran, dass Freiheit mit der Freiheit des Wortes beginnt. Gedanken können verfolgt und unterdrückt, aber nicht endgültig vernichtet werden, solange Menschen bereit sind, sie weiterzutragen.
Johannes Simang, geb. 1952 in Marburg/Lahn, aufgewachsen in Berlin seit 1953. Nach einer Handwerkslehre ev Theologie studiert, Vikar in Staaken und Südindien, Pastor in Staaken, Pfarrer in Eisenhüttenstadt, Müllrose und Berlin-Friedrichshain (St. Markus). Nach der Pensionierung 10 J. Landesmännerpfarrer der EKBO. Wie jeder Pfarrer lebe ich mit einer großen Bibliothek. Diese Bibliotheken der Pfarrer haben seit Jahrhunderten die Bibliotheken der kirchlichen Gemeinden gespeist. Mit den ev. Pfarrern kam die Bildung für alle Menschen, nicht nur für eine Elite. Diese ist die Grundlage für ein Leben aller Menschen in Würde und mit Vertrauen auf die Zukunft. Und der Glaube gibt dazu den nötigen Halt. Dafür schlägt unser Herz.