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Es gibt Orte, die ihre Geschichte nicht hinter sich lassen, sondern sie in sich tragen. Müllrose ist ein solcher Ort. Wer hier verweilt, spürt, dass Vergangenheit nicht nur in Archiven ruht, sondern in den Mauern der Kirche, den Wegen des Ortes und den Erinnerungen seiner Menschen weiterlebt. Dieses Buch entsteht aus der Verbindung von Gegenwart und Erinnerung. Als ehemaliger Pfarrer dieses Ortes bin ich nicht nur Seelsorger der Gemeinde gewesen, sondern auch Zuhörer der Stimmen jener, die vor mir hier wirkten. Die Sanierung der Kirche war dabei mehr als ein Bauprojekt, sie steht für das Bewahren und Weitertragen gemeinsamer Identität. Die Chroniken sind daher kein bloßes Verzeichnis von Daten. Sie erzählen von Menschen, die glaubten, zweifelten, bauten, litten und hofften. Wo historische Rekonstruktion und erzählerische Verdichtung einander begegnen, wird deutlich: Geschichte wird nicht nur erforscht, sondern auch erlebt. Die Vorstellung, den Kollegen vergangener Zeiten in Träumen zu begegnen und ihre Geschichten weiterzutragen, verleiht diesem Werk eine besondere Tiefe. Sie erinnert daran, dass die Seelsorge eines Ortes über Generationen hinweg fortwirkt. Möge dieses Buch dazu beitragen, Müllrose als gewachsenen Lebensraum vieler Generationen zu verstehen und jene ermutigen, die heute Verantwortung tragen, eingebunden in eine lange Kette von Menschen, die diesen Ort geprägt und getragen haben.
Johannes Simang, 1952 in Marburg/Lahn geboren, in Berlin aufgewachsen; nach einer Handwerkslehre Theologie studiert. Mein erster Pfarrort war Eisenhüttenstadt, dann kam ich 1998 als Pfarrer Bernd Roggl nach Müllrose. Im August 2000 habe ich meine Frau Heidi geheiratet. Wir haben uns für ihren Mädchennamen Simang als gemeinsamen Namen entschieden. So wurde aus Bernd-Jürgen Johannes Roggl Johannes Simang. Da aber alles im Jahr 1999 spielte, der alte Name.