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Es gibt einen Ort, von dem aus sich das Grauen dieser Welt wunderbar ertragen lässt: eine Wolke über einer namenlosen Kleinstadt. Achtunddreißig Grad Wasser, ein kaltes Glas in der Hand, und tief unten die Main Street mit ihren hübschen Fassaden, hinter denen alles Übrige passiert. Von dort oben erzählt John Winterfood dieses Buch. Er sieht den Mann, der seine Frau schlägt und sonntags in der ersten Reihe sitzt. Die Krankenschwester mit den Doppelschichten und den ausgebrannten Augen. Und er sieht Carl, der einen Baseballschläger auf dem Beifahrersitz liegen hat, weil er eine Nachricht auf dem Handy seiner Frau gelesen und danach nicht eine einzige Frage gestellt hat. Er sieht sie alle. Er sortiert sie ein, er urteilt - und irgendwann merkt er, dass die Höhe ein Betrug ist: Sie zeigt einem alles und lässt einen nichts fühlen. Also steigt er herunter. Kapitel für Kapitel, Stufe für Stufe, bis er zum ersten Mal selbst auf dem Asphalt steht und den Regen riecht. "Die Suche nach den Richtigen" ist kein Ratgeber und kein Trostbuch. Es ist ein Protokoll: über Hochmut und Habgier, über ökologischen Ablasshandel und die Austauschbarkeit der Liebe, über den Zwang zur Anwesenheit und über die Trägheit des Herzens - jene stille Sünde, die den fleißigsten Mann der Straße vier Monate lang nicht zum Telefon greifen lässt. Das Buch nimmt kein Blatt vor den Mund. Es erspart dem Leser nichts und dem Erzähler am wenigsten, denn irgendwann fällt der Verdacht auf ihn selbst zurück: Wer von so weit oben urteilt, hat sich das Urteilen bequem gemacht. Aber es endet nicht im Schlamm. Irgendwann kippt der Blick, und dieselben Menschen sehen plötzlich anders aus. Melissa, die um fünf Uhr aufsteht. Manuela, die den Mut hatte, sie selbst zu werden. Der mürrische Alte, der im Dunkeln die Gehwege räumt. Sie waren die ganze Zeit da. Nur schreit das Elend eben lauter als die Güte. Am Ende bleibt kein Rezept und keine Moralpredigt, sondern eine sehr kleine Zumutung: hinsehen statt wegsehen. Fragen statt schweigen. Dableiben statt gehen. Mehr braucht es nicht, und weniger reicht nicht. Ein Buch über das Wegsehen und darüber, wie viel ein zweiter Blick verändern kann. Bissig, unbequem, an den richtigen Stellen komisch - und am Ende überraschend versöhnlich. Band 2 der Reihe John Winterfood Spezial. Unabhängig von Band 1 lesbar.
John Winterfood schreibt Geschichten, die unterhalten, überraschen und berühren. Mit einem feinen Gespür für Humor, Satire und die kleinen Widersprüche des Lebens entstehen Bücher und Hörbücher, die zum Lachen, Nachdenken und manchmal auch zum Innehalten einladen. Neben humorvollen Werken gehören Kinderbücher, spannende Erzählungen und Horrorromane zu seinem vielseitigen Repertoire. Seine Veröffentlichungen erscheinen als eBook, Taschenbuch, und Hörbücher unter dem Label Winterfood Publishing.