Jonas Leister

Der teleologische Gottesbeweis

Darstellung und Kritik klassischer Versuche sowie eine Reformulierung anhand der Feinabstimmung der physikalischen Naturkonstanten und kosmologischen Anfangswerte. 23,2 cm / 15,5 cm ( B/H )
Buch (Softcover), 540 Seiten
EAN 9783162008428
Veröffentlicht Januar 2027
Verlag/Hersteller Mohr Siebeck GmbH & Co. K
€ 130,00 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Jonas Leister addresses the phenomenon of fine-tuning in a comprehensive scientific, philosophical, and philosophy-of-religion analysis. Drawing on current examples of the fine-tuning of the constants of nature from particle physics and cosmology, he demonstrates with precision, on the basis of Bayesian probability theory, the extent to which this phenomenon calls for explanation. Furthermore, the explanatory demand posed by fine-tuning is defended against contemporary objections, such as the so-called "problem of old evidence," on the basis of epistemology and Objective Bayesianism.
The subsequent part presents all major explanatory approaches to fine-tuning and offers a detailed assessment of their respective explanatory power. In particular, the explanations provided by the anthropic principle, a theory of everything, a multiverse, and a design hypothesis are systematically introduced and examined. Both the strong and weak versions of the anthropic principle are analysed in detail. The analysis of a final physical theory, or theory of everything, is, for the first time, consistently and comprehensively guided by criteria derived from the philosophy of science, with a high degree of analytical precision. The most extensive treatment is devoted to the multiverse hypothesis. Here, multiverse theories based on string theory and cosmological inflation are examined alongside those derived from big bounce models and from theories of the evolutionary development of black holes. Drawing on the current scholarly literature on multiverse theories, the status of their empirical confirmation is presented and critically assessed. A substantial portion of the study is devoted to the question of what empirical evidence would suffice, from the standpoint of the philosophy of science, to regard a multiverse as confirmed, and whether the current state of research permits an inference from fine-tuning to the existence of a multiverse.
The design hypothesis is analysed in light of the empiricist philosophical tradition, particularly through engagement with David Hume. Against the background of Kant's critique, the idealism of the later Schelling, and Hegel's critique of the proofs of God's existence, a distinctive position is developed that demonstrates the success of the teleological argument. At the same time, it is shown that, given empiricist foundational premises, teleological deism possesses a higher probability than classical theism.

Portrait

Geboren 1991; 2025 Promotion an der Eberhard Karls Universität Tübingen; Projektingenieur für Photovoltaik in Essen.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Überblick.
1. Thematische Einleitung.
2. Die spezifischen Anliegen der Untersuchung.
3. Inhaltsübersicht
4. Konkrete und nennenswerte Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung. TEIL I: Darstellung und Kritik klassischer Versuche. 1. Einleitung.
2. Hume.
2.1 Einleitung.
2.2 Darstellung des Beweises.
2.3 Erste Einwände Philos gegen das Design-Argument - Teil II der Dialoge .
2.4 Anvisierte Erklärungskraft des Argumentes - Teil III der Dialoge .
2.5 Philos grundlegende Kritik an der Planungshypothese - Teil IV der Dialoge .
2.6 Erklärungskraft des Arguments - Teil V der Dialoge .
2.7 Alternative Erklärungen zu Planung - Teil VI - VIII der Dialoge .
3. Kant
3.1 Darstellung des Beweises.
3.2 Kritik des Beweises in der Kritik der reinen Vernunft .
3.3 Kritik des Beweises in der Kritik der Urteilskraft .
3.4 Kant und Hume.
4. Zusammenfassung von Teil I Teil II: Ein modernes Argument - Das Phänomen der Feinabstimmung und seine Erklärungsbedürftigkeit. 1. Einleitung und Überblick.
2. Begriff der Feinabstimmung.
2.1 Einleitung und Überblick.
2.2 Wissenschaftlich gebräuchliche Definitionen von "Feinabstimmung".
2.3 Begründung der Auswahl einer Definition für die vorliegende Untersuchung.
2.4 Fazit zum Begriff der Feinabstimmung.
3. Phänomene der Feinabstimmung.
3.1 Überblick.
3.2 Das gegenwärtige Weltbild der Physik und weitere Voraussetzungen der Feinabstimmung.
3.3 Beispiele aus der Physik für das Phänomen der Feinabstimmung.
3.4 Fazit
4. Exkurs: Wissenschaftstheorie (Bayesiansimus und Teleologie)
4.1 Eine kurze Einführung in den objektiven Bayesianismus.
4.2 Definitionen: Erklärung und Bestätigung einer Theorie und Teleologie.
5. Erklärungsbedürftigkeit des Feinabstimmungsphänomens.
5.1 Überblick und Einleitung.
5.2 Definition der Erklärungsbedürftigkeit und mögliche Kritik.
5.3 Die Erklärungsbedürftigkeit des Feinabstimmungsphänomens.
5.4 Das "Problem of Old Evidence" als Generalkritik der Erklärungsbedürftigkeit
5.5 Fazit und Ausblick.
6. Zusammenfassung von Teil II Teil III: Ein modernes Argument - Erklärungen für das Phänomen der Feinabstimmung. 1. Einleitung und Überblick.
2. Das Anthropische Prinzip.
2.1 Überblick.
2.2 Einleitung und Motivation: Die Grundidee des Anthropischen Prinzips als Beobachter-Auswahl-Effekt
2.3 Vielfältige Definitionsversuche eines Anthropischen Prinzips
2.4 Ordnung im Chaos der Formulierungen.
2.5 Vorstellung und Beurteilung der Erklärungskraft der einzelnen AP-Versionen.
2.6 Wissenschaftstheoretischer Exkurs: Das Anthropische Prinzip in den Naturwissenschaften.
2.7 Zusammenfassung zum Anthropischen Prinzip als Erklärung der Feinabstimmung.
3. Eine "Theory of everything".
3.1 Überblick.
3.2 Aktueller Forschungsstand zu einer "Theory of everything".
3.3 Beurteilung der Erklärungskraft einer TOE (eine vollständig kausale Erklärung der Welt)
3.4 Aufzeigen der Verschiebung von Feinabstimmung durch eine TOE (Typ b)
3.5 Aufzeigen der Verschiebung von Feinabstimmung durch eine TOE (Typ a)
3.6 Kritische Diskussion der bloßen Verschiebung durch TOE.
3.7 Triumph der Planungshypothese bei Gültigkeit einer TOE.
3.8 Zusammenfassung zur TOE als Erklärung der Feinabstimmung.
4. Die Multiversums-Hypothese - Grundlagen und Bestätigung.
4.1 Überblick.
4.2 Einleitung: Definition und Grundidee einer Multiversumshypothese.
4.3 Exkurs 1: Voraussetzungen für die empirische Erfassbarkeit eines Multiversums.
4.4 Exkurs 2: Das "Measure Problem" von Multiversumstheorien.
4.5 Exkurs 3: Die physikalische Inflationstheorie und das "Measure Problem der Inflationstheorie".
4.6 Exkurs 4: Der "inverse Spieler-Fehlschluss" (Inverse Gambler's Fallacy)
4.7 Fazit zur Bestätigungsmöglichkeit eines Multiversums.
5. Die Multiversums-Hypothese - konkrete Theorien und ihre Bewertung.
5.1 Überblick.
5.2 Lebensfreundliche Exo-Planeten oder die "Viele Sonnen-Hypothese".
5.3 Universen außerhalb unseres Beobachtungshorizontes.
5.4 Multiversum aus Stringtheorie und Inflation.
5.5 Evolutionstheorie für Universen über Schwarze Löcher (Smolin)
5.6 Theorie der zyklischen Universen.
5.7 Die Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik.
5.8 Das mathematische Multiversum.
5.9 Abschließende wissenschaftstheoretische Beurteilung der Multiversumstheorien.
5.10 Zusammenfassung zur Multiversumshypothese als Erklärung der Feinabstimmung.
6. Die Planungshypothese.
6.1 Überblick.
6.2 Einleitung.
6.3 Vorstellung und Beurteilung der Erklärungskraft der Planungshypothese.
6.4 Einwände gegen die Planungshypothese.
6.5 Aufweis der Uneindeutigkeit der Planungshypothese.
6.6 Ausblick auf eine umfassendere Behandlung der Teleologie.
6.7 Zusammenfassung zur Planungshypothese als Erklärung der Feinabstimmung.
7. Fazit zur Erklärung der Feinabstimmung. Teil IV: Zusammenfassung.