Joseph Roth

Die Flucht ohne Ende

Ein Roman über Heimatlosigkeit, Identitätskrise und Desillusionierung im Europa der Zwischenkriegszeit. 22,9 cm / 15,2 cm / 0,6 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 84 Seiten
EAN 9788028351427
Veröffentlicht Dezember 2023
Verlag/Hersteller Sharp Ink
9,10 inkl. MwSt.
Teilen
Beschreibung

Die Flucht ohne Ende (1927) verfolgt den ehemaligen österreichischen Offizier Franz Tunda, der aus russischer Gefangenschaft und den Wirren der Revolution in ein Europa zurückkehrt, das seine alten Koordinaten verloren hat. Zwischen Sibirien, Moskau, Wien und Paris wird seine Heimkehr zur fortgesetzten Entwurzelung. Roth verbindet reportagehafte Präzision mit elegischer Ironie; in der knappen, scheinbar nüchternen Prosa der Neuen Sachlichkeit klingt bereits die Trauer um die zerfallene Habsburger Welt an. Joseph Roth, 1894 im galizischen Brody geboren, kannte die Erfahrung kultureller Randständigkeit, imperialer Mehrsprachigkeit und politischer Heimatlosigkeit aus eigener Biographie. Als Soldat des Ersten Weltkriegs und später als brillanter Feuilletonist beobachtete er den Zerfall Mitteleuropas mit scharfem Blick. Tundas rastlose Existenz spiegelt Roths eigenes Leben zwischen Hotels, Redaktionen und Grenzen sowie seine Skepsis gegenüber Nationalismus, Revolution und bürgerlicher Selbstgewissheit. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die einen kurzen, doch weit ausgreifenden Roman über Identitätsverlust, Nachkriegsgesellschaft und die moralische Kälte der Moderne suchen. Roth macht Geschichte nicht zur Kulisse, sondern zur inneren Landschaft seiner Figur. Gerade deshalb bleibt Die Flucht ohne Ende ein eindringliches Dokument europäischer Desillusionierung und literarischer Meisterschaft.