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Vom NS-Terror vor der eigenen Haustüre - überleben, erzählen, erinnern Józef Wisnickis packende Kriegserlebnisse in Vorarlberg Józef Wisnickis einzigartiger Zeitzeugenbericht "My Fight for Survival", den er 1997 für seine Familie verfasste, erscheinen mit diesem Buch erstmals in deutscher Übersetzung. Der in Czestochowa geborene jüdische Soldat überlebte Holocaust und Krieg durch eine spektakuläre Flucht-Odyssee, die ihn unter falscher Identität nach Vorarlberg führte. In Bludenz fand er als vermeintlich katholischer "Fremdarbeiter" eine Anstellung in der Gärtnerei Schaub und Unterstützung durch mutige Einheimische wie Elmar Schallert oder den ehemaligen christlich-sozialen Politiker Karl Zerlauth aus Ludesch. Er musste eine auf einem Bauernhof in Bangs bei Feldkirch geplante Flucht über den Rhein ins greifbar nahe Liechtenstein verwerfen, überstand trotz Beschneidung eine ärztliche Visitation, überlebte Gefängnisaufenthalte in Bludenz und Bregenz und schließlich auch die Internierung im Arbeitslager Reichenau bei Innsbruck, wo er zu Kriegsende durch die amerikanische Armee befreit wurde. Darüber hinaus schildert er sein Leben nach dem Krieg, die anfängliche Leere, die Rückkehr zu seiner jüdischen Identität über das Jüdische Komitee in Innsbruck - wo er auch seine spätere Frau Leokadia Justman kennenlernte - das Wiedersehen mit seinem Bruder, und die schließlich nach jahrelangem Bemühen geglückte Auswanderung in die USA. Sein Bericht ist ein Zeugnis von Widerstandskraft und unbeugsamem Willen, aber auch eine wertvolle Quelle für die bisher kaum dokumentierte Geschichte der NS-Zeit in Vorarlberg aus der bewegend persönlichen, oft von trockenem Humor geprägten Sicht eines Überlebenden. Viele Fotos und Originaldokumente sowie fundierte historische Anmerkungen ordnen die Ereignisse explizit in den Vorarlberger Kontext ein und beleuchten auch die Schicksale einiger von Józefs Wegbegleiter:innen näher. Schließlich ist sein Buch eine wunderbare Ergänzung und Erweiterung zu den spektakulären Erinnerungen seiner Frau Leokadia, die ihre Flucht und ihr Überleben im Tirol der Nazizeit in "Brechen wir aus!" schildert, das 2025 ebenfalls bei Tyrolia erschienen ist.
Der Autor Joseph Wisnicki (1916-2016), geb. in Czestochowa, stammte aus einer mittelständischen Familie und war jüdischer Soldat der polnischen Armee, er überlebte Holocaust und Krieg durch mutige Flucht-Aktionen in Polen und Vorarlberg. 1997 schrieb er seine Erinnerungen "My Fight for Survival", die nun erstmals in deutscher Übersetzung erscheinen. Die Herausgeber Niko Hofinger, geboren 1969 in Innsbruck. Studium der Politikwissenschaft und Geschichte (nicht abgeschlossen). Ab 1999 selbstständig als Programmierer und Ausstellungskurator, seit 2019 auch halbtags im Stadtarchiv Innsbruck. Wissenschaftliche Publikationen zu Tiroler Nachkriegspolitik und jüdischer Regionalgeschichte. Dominik Markl, geboren 1979 in Innsbruck, ist Jesuit und Professor für Hebräische Bibel / Altes Testament an der Universität Innsbruck. Zuvor lehrte er in Rom, Washington DC, Berkeley und Nairobi. Er forscht zur Religionsgeschichte des Monotheismus, politischer Ideengeschichte, Traumatheorie, Diskursen der Massengewalt und Holocaust. Beide veröffentlichten gemeinsam zuletzt bei Tyrolia die deutsche Übersetzung von Leokadia Justmans Überlebensbericht "Brechen wir aus! Als polnische Jüdin auf der Flucht in Tirol".