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Polizeiliche Arbeitsbelastungen werden meist dann thematisiert, wenn das staatliche Gewaltmonopol durch eine Ausweitung polizeilicher Aufgaben unter Druck gerät. Weitgehend unbeachtet bleibt jedoch, vor welchem polizeikulturellen Bedeutungsgefüge solche Belastungen entstehen und wie sie von den Beteiligten gedeutet werden. Am Beispiel des langen Sommers der Migration zeigt Josephine Jellen, wie Polizist*innen unter zunehmenden Subjektivierungsdruck gerieten. Die dabei erfahrenen Belastungen erweisen sich als dialektisches Leiden: Sie entstehen aus einer machtvollen staatlichen Position heraus und sind zugleich an sie gebunden. Gerade diese Konstellation machte sie in den polizeilichen Arbeitszusammenhängen der sogenannten Flüchtlingskrise besonders sichtbar.
Josephine Jellen (Dr. phil.), geb. 1990, arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Mikrosoziologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.