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Wie moralisch ist Wirtschaft? Schon immer wird diskutiert, an welchen Werten sich ökonomisches Denken und Handeln ausrichten soll.
Den homo oeconomicus gibt es nur in der Theorie. Wirt-schaftliche Akteurinnen und Akteure handeln stets in einem dichten Geflecht von sozialen Normen, moralischen Wertungen und kulturellen Deutungen. Prägnante Fallstudien aus der Geschichte erkunden die moralische Dimension wirtschaftlichen Denkens und Handelns - vom Kunstmarkt über das Glücksspiel bis zur Reproduktionsmedizin. Die Autorinnen und Autoren zeigen, wie soziale und wirt-schaftliche Ordnungen hervorgebracht, stabilisiert und infrage gestellt wurden. Nach welchen moralischen Maßstäben entschieden öko-nomische Akteurinnen und Akteure? Welche Erwartungen richten Gesellschaften an Wirtschaftsordnungen? Wie wurden soziale Ungleichheit, Kommerzialisierung und Grenzüberschreitungen gerechtfertigt, normalisiert und skandalisiert?
Jürgen Finger leitet die Abteilung Neuere und Neueste Geschichte sowie Publikationen des Deutschen Historischen Instituts Paris. Er forscht über die Geschichte des Nationalsozialismus, Frankreichs in der Moderne und die Sozial- und Kulturgeschichte des Ökonomischen. Daneben hat er über die Bildungs- und Verwaltungsgeschichte des 'Dritten Reichs' in Südwestdeutschland und dem Elsass geforscht und eine Studie zur Firma Dr. Oetker im Nationalsozialismus veröffentlicht.