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In seiner berühmten Frankfurter Antrittsvorlesung aus dem Jahr 1965 präsentiert Jürgen Habermas eine grundlegende Kritik an Anspruch und Möglichkeit wertfreier Wissenschaft. Erkenntnis, so seine These, ist stets mit Interessen verbunden: dem technischen an der Beherrschung der Natur, dem praktischen an Verständigung und dem emanzipatorischen an der Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen. Daraus entwickelt Habermas die Grundzüge einer kritischen Gesellschaftstheorie, die Erkenntnis und Praxis zusammendenkt.
Jürgen Habermas wurde am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geboren. Von 1949 bis 1954 studierte er in Göttingen, Zürich und Bonn die Fächer Philosophie, Geschichte, Psychologie, Deutsche Literatur und Ökonomie. Er lehrte unter anderem an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt am Main sowie der University of California in Berkeley und war Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. Jürgen Habermas erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und Preise, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2001) und den Kyoto-Preis (2004). Habermas verstarb am 14. März 2026 in Starnberg.