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Arbeit befindet sich im stetigen Wandel und dieser ist für viele Erwerbstätige zur alltäglichen Erfahrung geworden. Die kulturanthropologische Studie widmet sich den Veränderungsdynamiken am Beispiel eines Unternehmens der wehrtechnischen Industrie und fragt danach, wie betriebliche Umstrukturierungen von den Beschäftigten erlebt, gedeutet und bearbeitet werden. Auf Basis ethnografischer Forschung und Interviews mit Beschäftigten analysiert Julia Setter zentrale Themen moderner Arbeitsorganisation, wie steigenden Zeit- und Kostendruck, veränderte Leistungserwartungen, Fragen nach angemessener Vergütung sowie die Folgen eines Unternehmensverkaufs. Es wird gezeigt, welche Aushandlungen über Werte, Erwartungen und Gerechtigkeit mit diesen Veränderungen verbunden sind. Dabei geht es immer auch um die Definitionsmacht darüber, was gute und wertvolle Arbeit ist. Die theoretische Perspektive der Konventionssoziologie ermöglicht es, die unterschiedlichen Wertordnungen und Argumente der Beschäftigten herauszuarbeiten. Damit macht die Studie die Aushandlungsprozesse um institutionelle, strukturelle und organisationale Veränderungen der Arbeitswelt und die Pluralität betrieblicher Deutungsmuster sichtbar.
Julia Setter studierte Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Göttingen.
1. Arbeitskulturen und die Neustrukturierung von Arbeitsprozessen 1.1 Neustrukturierung von Arbeit als Alltagserfahrung 1.2 Alltag im Unternehmen erforschen 1.3 Aufbau der Studie 1.4 Arbeit und Unternehmen in der kulturanthropologischen Forschung 2. Ethnografische Arbeitsforschung als Prozess 2.1 Teilnehmende Beobachtung: Zugang und Einblicke gewinnen 2.2 Leitfadeninterviews: Perspektiven beleuchten 2.3 Reflexion: Erkenntnisreichweite und Einflussfaktoren 2.4 Veränderungsdiskurse mit Konventionen verstehen 3. Arbeit zwischen Prozess und Praxis 3.1 Projekte als zentrale Organisationsform 3.2 Projektplanung und -steuerung 3.3 Abteilungsübergreifende Perspektiven 3.4 Prozesse als Stütze und Hemmnis im Arbeitsalltag 4. Auswirkungen von Branchenentwicklungen 4.1 Vom Anbieter- zum Käufermarkt 4.2 Steigender Zeit- und Kostendruck 4.3 Reduzierte Produktqualität 4.4 Kunden- oder Marktorientierung 4.5 Dominanz des Preises 5. Das berufliche Selbstverständnis in technischen Arbeitsfeldern 5.1 Aneignung neuer Technologien 5.2 Expertise durch Erfahrung 5.3 Spezifika im technischen Service 5.4 Wertschätzung technischer Herausforderungen 5.5 Konfliktfeld Dokumentation 5.6 Konfliktfeld >Wasserkopf< 5.7 Konfliktfeld Arbeitsorganisation - Einführung von Lean-Elementen 5.8 Das Selbstverständnis unter Druck 6. Leistung (neu) bewerten 6.1 Leistung definieren - subjektive Anforderungen 6.2 Leistung messen und kontrollieren 6.3 Leistung vergüten - das Entgeltrahmenabkommen (ERA) 6.4 Arbeitshandeln und Leistung 7. Transformationen und Verbundenheit 7.1 Institutionelle Transformation - Verkauf I 7.2 Unternehmenskultur und Wertediskurs 7.3 Institutionelle Transformation - Verkauf II 7.4 Selbst- und Fremdzuschreibungen von Verbundenheit 7.5 Das Ende des Paternalismus 8. Schlussbetrachtung 8.1 Relevante Veränderungen und ihre Deutung 8.2 Theoretische und methodische Reflexion Dank Literatur Internetquellen