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Open-Access-Transformationspaket 2026 Es wimmelt nur so von Tieren in mittelalterlichen Texten und Bildern. Sie dienen nicht nur der Dekoration, denn im Verhältnis zu Tieren spiegeln sich die Menschen stets selbst. Dieses Buch untersucht Begegnungen von Menschen und Wildtieren in mittelalterlichen Erzählungen. Hier treten Bären, Löwen und Hirsche als Antagonisten des Menschen auf, die auf der Jagd bezwungen, aber auch in Szenarien der Zähmung zu Gefährten und Helfern werden können. Dieser machtvolle Gestus gegenüber einer als angsteinflößend empfundenen Natur war für das christliche Mittelalter sehr prägend. Die Begegnungen erzählen aber auch von den Freiräumen, die sich daraus eröffnen können, und thematisieren Formen der Wildheit, die nicht im Wald zu finden sind, sondern den Menschen selbst innewohnen. Untersuchungsgegenstand sind Legenden und höfische Romane des 6.-13. Jahrhunderts. Die mit Wildtieren verbundenen Motive sind für die mittelalterlichen Erzählkulturen bedeutsam und bestimmen - als eigene Form animalischer Handlungsmacht -bis heute unseren Blick auf Tiere.
Julia Weitbrecht , Universität zu Köln.