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Wie sagt das allbekannte Sprichwort? Übermut tut selten gut. Manchmal aber doch, irgendwie. Vielleicht halt nicht unbedingt für den Übermütigen selbst, sondern für die Nachwelt. Deshalb lautet der Titel dieses Berichts auch nicht: Dädalus, der brave Papa, und Ikarus, das schlimme Kind. Denn: Wer redet heute schon vom braven Dädalus? Abgesehen vielleicht von den Harry-Potter-Romanen mit dem Zauberer Dedalus Diggle, in der deutschen Übersetzung Dädalus Diggel. Wohingegen der schlimme Ikarus in aller Munde ist. Massenhaft Betriebe und Produkte sind nach ihm benannt, sogar Reisebüros (wohl in der Hoffnung, dass es ihren Fluggästen nicht genauso ergeht wie dem echten Ikarus). Nach Ikarus ist sogar ein Mondkrater benannt. Hier ein (vielleicht nicht ganz passendes) Beispiel zum Verhältnis Dädalus - Ikarus: An wen denkt man wohl als Erstes, wenn man den Namen Leopold hört? Vielleicht an einen der vielen Kaiser oder Könige dieses Namens? Und an wen denkt man sofort, wenn man hört: Wolfgang Amadeus? Natürlich, an Mozart. Sein strenger Vater hieß bekanntlich Leopold Mozart. Und was haben Ikarus und Wolfgang Amadeus gemeinsam? Natürlich, den leider viel zu frühen Tod. Aber das ist natürlich Zufall.
Geboren 1940 in Wien, studierte Karl Plepelits Klassische Philologie, Alte Geschichte und Anglistik, plagte Schüler mit Latein, Griechisch und Englisch, vertrat die Österreichische Akademie der Wissenschaften als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Thesaurus linguae Latinae in München, veröffentlichte wissenschaftliche Artikel auf dem Gebiet der Latinistik, Gräzistik und Byzantinistik und übersetzte griechische Romane der Antike und des Mittelalters (erschienen im Hiersemann Verlag, Stuttgart).