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Vorwort zur Jubiläumsausgabe. Überarbeitete Erinnerungen mit Nebenbemerkungen.
Dieses Buch ist ein kleines Zeitdokument. Und ich bin inzwischen 10 Jahre älter. Das allein sorgt schon für eine gewisse Perspektive.
Die ursprüngliche Ausgabe ist im Jahr 2016 erschienen. Zehn Jahre. Das ist ungefähr eine halbe Ewigkeit in Menschenjahren und mindestens drei Identitäten in Gefühlsangelegenheiten. Ich habe mir also erlaubt, noch einmal hineinzuschauen. Nicht mit Wehmut. Eher mit diesem ruhigen, leicht amüsierten Blick, den man entwickelt, wenn man das Leben schon ein paar Runden hat drehen sehen.
Was du hier in Händen hältst, ist eine Neuauflage. Die Geschichten von damals sind geblieben. Aber ich habe sie ergänzt. Kommentiert. Manchmal sanft eingeordnet. Manchmal mit hochgezogener Augenbraue versehen. Und bei einigen Stellen dachte ich schlicht: "Interessant, Keke. Wirklich interessant."
Genau diese Gedanken findest du nun zhinter den ursprünglichen Geschichten. Anmerkungen aus heutiger Sicht. Kleine Zwischenrufe einer Frau, die gelernt hat, dass man nicht immer recht haben muss, um überzeugt gewesen zu sein.
Diese Ausgabe ist also kein staubiger Nachdruck, sondern eine Begegnung zwischen meinem damaligen Ich und meinem heutigen. Und glaub mir: Die beiden haben sich einiges zu sagen.
Außerdem erwarten dich fünf Bonusgeschichten. Neues Material. Neue Absurditäten. Neue Facetten. Denn das Leben hört ja nicht auf, Stoff zu liefern, nur weil zehn Jahre vergangen sind. Es wird höchstens kreativer.
Freu dich auf Humor, Selbstironie, gelegentliche Abgründe und die beruhigende Erkenntnis, dass wir alle manchmal grandios danebenliegen und trotzdem irgendwie durchkommen.
Und bevor du jetzt anfängst, Parallelen zu suchen: Alle Geschichten in diesem Buch sind nicht zwingend autobiografisch. Vielleicht zum Teil. Vielleicht sind sie jedoch auch nur eine Mischung aus Realität und Fiktion, aus Gehörtem, Erlebtem oder Gesehenem. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen, realen Handlungen, Etablissements oder Orten sind rein zufällig.
Wer bin ich?
Über sich selbst zu schreiben gehört vermutlich zu den schwierigsten Übungen überhaupt. Selbst dann, wenn man Journalistin, Autorin und Content-Creator ist.
Vielleicht fällt es leichter, wenn man mit einer ordentlichen Portion Selbstverliebtheit oder gar einer Überdosis Narzissmus geboren wurde. In meinem Fall ist das leider nicht passiert. In mir wohnt höchstens ein zarter Hauch Misanthropie. Und der hilft erstaunlich wenig dabei, eine Vita mit Glanz zu versehen. Dennoch werde ich mein Möglichstes tun, euch einen kleinen Abriss meiner Person zu liefern, damit ihr wisst, mit wem ihr es hier zu tun habt.
Wie würde ich mich selbst beschreiben?
Blond. Graublaue Augen, die an guten Tagen von einem Hauch Cyan umschmeichelt werden und nach Bohnensuppe mit Kir Royal in eine leicht melancholische Graugrün-Phase kippen. 1967 geboren, ausgestattet mit der mentalen Energie von mindestens fünf Zuchtochsen. Körperlich hingegen, nun ja.
Sagen wir es so: Mein Körper hat irgendwann beschlossen, eine eigene Reality-Show zu starten. Titel: "Deutschland sucht den Superdefekt". Während mein Geist Marathon läuft, winkt mein Bewegungsapparat vom Spielfeldrand mit einem Kühlpack und ruft: "Mach du mal."
Ich sitze im Rollstuhl. Nicht als modisches Statement, sondern weil mein Körper und ich seit geraumer Zeit eine sehr lose Geschäftsbeziehung führen. Offiziell gelte ich als schwerbehindert. GdB 100. Mit aG, G und B. Das ist kein besonders exklusiver VIP-Club, eher die Deluxe-Edition des deutschen Sozialgesetzbuchs. Wenn es Sammelkarten gäbe, hätte ich die Glitzer-Version.
Gesundheitlich bin ich also, wie man im Norden sagt, ziemlich im Eimer. Nicht so ein kleiner Putzeimer, eher so ein 20-Liter-Baueimer mit Riss am Boden. Aber solange mein Kopf funktioniert und mein Humor nicht unter Denkmalschutz gestellt wird, ist das Leben für mich keine Tragödie, sondern eine etwas schräg programmierte Komödie mit unerwarteten Plot-Twists.
Ich rolle durchs Leben. Manchmal elegant wie eine Königin auf Staatsbesuch, manchmal wie ein Einkaufswagen mit blockierendem Rad. Aber ich rolle. Und das mit Stil.
Außerdem koche ich gern. Vor Wut. Wenn ich die Dummheit mancher Menschen nicht einfach vorbeiziehen lassen kann, beginne ich zu schreiben. Merkwürdigerweise handeln viele dieser Geschichten aus der Rubrik "Alltäglicher Wahnsinn" am Ende von mir selbst.