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Was bleibt von Musik, wenn sie verklungen ist? Welche Töne hinterlassen Spuren im Gedächtnis - und welche versinken im Vergessen? Diesen und weiteren Fragen geht der Sammelband nach, der sich dem Spannungsfeld von Musik, Erinnern und Vergessen widmet.
Ausgangspunkt ist die Frage nach den Bedingungen musikalischen Erinnerns: Wie und warum werden bestimmte Komponistinnen und Komponisten und ihre Werke archiviert und tradiert, während andere verdrängt werden oder in Vergessenheit geraten? Welche Rolle spielen dabei Medien, Kontexte und musikhistorische Deutungsmuster? Wie lassen sich Erinnern und Vergessen musikanalytisch fassen? 22 Beiträge beleuchten diesen Themenkomplex aus unterschiedlichen Perspektiven und hinterfragen gleichzeitig gängige Narrative der Musikgeschichtsschreibung. Dieser Matthias Schmidt gewidmete Band begibt sich auf Spurensuche und richtet den Blick sowohl auf die großen Figuren der Musikgeschichte als auch auf beinahe Vergessene und Vergessenes.
Mit Beiträgen von Thomas Ahrend, Andreas Baumgartner, Markus Böggemann, Mathias Gredig, Christopher Hailey, Alexander Honold, Nicole Jost-Rösch, Till Alexander Körber, Markus Krajewski, Charlotte Löbbe, Claudia Maurer Zenck, Felix Meyer, Matteo Nanni, Simon Obert, Klaus Pietschmann, Wolfgang Rathert, Ivana Rentsch, Isabelle Rohner, Jaronas Scheurer, Arne Stollberg, Nikolaus Urbanek, Hanna Walsdorf und Leila Zickgraf.
Einleitung
Vergessene Musik - Nicole Jost-Rösch und Isabelle Rohner: Erinnerungen als Instrument: Luise Adolpha Le Beau - Charlotte Löbbe: Genderpolitik und Cécile Chaminades Klaviersonate - Markus Böggemann: Der lernende Lehrer. Hans Koesslers Arbeit am Streichquartett - Simon Obert: Im Schatten der Geschichte. Erinnern an Heinrich Jalowetz - Ivana Rentsch: Die vergessene Hauptgattung. Antonín Dvoráks frühes Ringen um die Oper - Christopher Hailey: Die Vision einer Oper. Franz Schrekers "Christophorus" und das Kino-Ohr - Leila Zickgraf: "Moderne Tänze" zu "guter Musik". Franz Wolfgang Koebner und der Jazz als Tanz in Deutschland - eine erste Spurensuche
Komponiertes Erinnern - Thomas Ahrend: Kompositorisches Erinnern und Vergessen in Gustav Mahlers "Ich bin der Welt abhanden gekommen" - Arne Stollberg: Blick zurück im Traum. Erich Wolfgang Korngolds musikalische Wien-Imaginationen nach 1945 - Claudia Maurer Zenck: Ernst Kreneks Rückblick auf die Zwanziger Jahre: "Kehraus um St. Stephan". Zeitkritik mit Wehmut oder Satire? - Felix Meyer: Last und Lust der Erinnerung im Schaffen von Oliver Knussen - Nikolaus Urbanek: Praktiken musikalischen Erinnerns: Schreiben - Lesen - Spielen. Zur Neugestaltung der Notation von Lachenmanns "Pression" - Alexander Honold: Prima la musica. Erinnerungsspuren der Kooperation mit Hofmannsthal in Richard Strauss' "Capriccio"
Erinnerungskultur und Hörendes Erinnern - Jaronas Scheurer: Ruth Crawford Seegers Streichquartett (1931) oder: die Kontingenz der Musikhistorie - Andreas Baumgartner: "Ein dicker kurzbeiniger Proletarier, den die Mädchen gar nicht mochten". Schubert-Bild zwischen Dramatisierung, Verklärung, Kitsch, Fantasie und KI - Klaus Pietschmann: Mozart in Alt-Wien. Die Charakterskizze "Wolfgang und Constanze" von Anton Langer und Franz von Suppé im Carltheater 1873 - Till Alexander Körber: Ernst Kreneks musikhistorischer Ort - Hanna Walsdorf: Die Rückseite der Zukunft, oder: babylonisch inspirierte Überlegungen zum Umgang mit verschollener Musik aus der Barock- und Altsteinzeit - Wolfgang Rathert: Die Musik und der Paragone - Matteo Nanni: Anderes Hören - Mathias Gredig: Erinnerungen an Präparate, Kaninchen und Meister - Markus Krajewski: Schönberg zur Geisterstunde. Über ungewohnte Dorfgeräusche
Autorinnen und Autoren