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Musik ist niemals unschuldig - Konrad Boehmer rechnet ab. Mit der bürgerlichen Avantgarde, mit Stockhausen, Boulez und Cage, mit Adornos Materialontologie und Orffs vermeintlich harmloser Kantate. Diese gesammelten Texte zur Musik sind Streitschriften eines Komponisten, der sich weigerte, Kunst und Klassenkampf zu trennen.
Boehmer schreibt mit der Schärfe eines Denkers, der keine Kompromisse kennt. Er demontiert den Mythos der autonomen Musik als ideologisches Schutzschild der Herrschenden und stellt ihr die engagierte Tradition Hanns Eislers entgegen. Von Monteverdi bis Mozart, von der französischen Revolutionsoper bis zur chinesischen Kulturrevolution spannt er den Bogen einer Musikgeschichte, die immer auch Gesellschaftsgeschichte ist.
Sarkastisch, analytisch präzise und kompromisslos polemisch verbindet dieser Band autobiografische Reflexionen mit musiksoziologischen Analysen. Ein flammendes Manifest gegen die Ästhetisierung der Politik und die Entpolitisierung der Kunst.
Unverzichtbare Lektüre für Musikwissenschaftler, Komponisten und politisch denkende Intellektuelle, die Kunst als gesellschaftliche Kraft begreifen.