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Viele Erotik-Anthologien versprechen "heiß" - und lassen Leserinnen danach allein: ohne Kontext, ohne Sicherheitsnetz und ohne die Frage zu stellen, wer hier eigentlich begehrt und erzählt.
Diese Anthologie denkt erotische Kurzgeschichten konsequent aus weiblicher und queerer Perspektive. Sinnlich, verspielt, mal leise und zärtlich, mal explizit und direkt - aber immer konsensbasiert erzählt, mit klaren Grenzen und einer respektvollen Haltung zu Körpern, Identitäten und Beziehungen.
Lena Marquart entwickelt einen redaktionellen Rahmen, der Lust und Sicherheit miteinander verbindet. Ein transparentes System aus Content-Labels, Triggerhinweisen und Stimmungs-Clustern hilft dabei, genau die Geschichten zu finden, die zur eigenen Grenze, Laune und Neugier passen. Ein Leserleitfaden erklärt, wie die Anthologie genutzt werden kann - ob für den schnellen Funken zwischendurch oder als bewusst gewählte, literarische Begegnung.
Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie Autor:innen ausgewählt, begleitet und lektoriert werden, welche Qualitätsstandards gelten und wie Diversität, Consent und sprachliche Sorgfalt in jeder Geschichte verankert sind. Themen wie Altersfreigabe, Rechteklärung und Verantwortung gegenüber einer erwachsenen, aber sensiblen Zielgruppe werden offen adressiert.
Gedacht für Leserinnen, die sich in erotischen Geschichten wiederfinden möchten: als Frauen, als queere oder bisexuelle Personen - und als Menschen, deren Lust mehr verdient als den nächsten generischen Sammelband.
Lena Marquart arbeitet als freie Lektorin und Konzeptentwicklerin für erzählende Formate. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Texten, in denen Sexualität, Begehren und Beziehungen jenseits normativer Rollenmuster verhandelt werden. Sie interessiert sich dafür, wie redaktionelle Prozesse Lustgeschichten zugleich sinnlicher, sicherer und vielfältiger machen können. Wenn sie nicht an Manuskripten feilt, sortiert sie Notizen zu queeren Erzählstimmen, Labelsystemen und neuen Formen literarischer Erotik.