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Lida Leonie Panov examines the origins and development of the concept of divine law during the Neo-Assyrian period and highlights the significance of this concept for the relationship between law and religion in the history of ancient Israel and Judah. In doing so, she draws attention to the political and theological issues surrounding the role of the king. A second question concerns the scribal groups responsible for the literary processes by which the law was theologized. Another focus lies on identifying the religious elements in legal practice, which are evident in biblical procedural law, ordeal proceedings, or legal rituals. Panov insists on a crucial distinction: the literary theologization of law on the one hand, and the religious elements embedded in actual legal practice on the other. Against the backdrop of the ancient Near Eastern legal tradition, this study reconstructs the transformation - unique to the Hebrew Bible - of secular law into a law given by God. In this context, it is striking that the biblical legal texts say remarkably little about the institution of kingship - an observation that is apparently closely linked to the concept of divine legislation: Once God is the lawgiver, the content of the legal texts requires no legitimation by a king. In addition, the study examines the role of priestly scribal groups and discusses the intersections between legal development and the sphere of religion in legal practice. The author thus makes a fundamental contribution to our understanding of the interplay between law and religion in ancient Israel and Judah and opens up new perspectives for research into biblical legal history.
Born 1986; studied theology in Zurich and Jerusalem (Dormitio); 2013-15 research stays at Tel Aviv University; 2018 Dr. theol., University of Zurich; 2017-19 pastoral training and parish ministry at Lake Zurich; 2025 Habilitation; currently leading an SNSF Ambizione research project at the University of Zurich.
1. Recht in der hebräischen Bibel
1.1 Einführung und Fragestellung
a) Vorbemerkung
b) Das Problem der Bestimmung von biblischen Rechtstexten
c) Vorblick auf den Argumentationsgang
1.2 Forschungsgeschichte zur biblischen Rechtsgeschichte
1.3 Die Literaturgeschichte des Bundesbuches
1.4 Das Bundesbuch vor dem deuteronomischen Gesetz - ein Test
2. Grundlagen der Theologisierung des Rechts
2.1 Vorbemerkung
2.2 Die Grundidee des Rechts
2.3 Rechtliche und solare Elemente beim Gott Jhwh
2.4 Die Bedeutung der Jhwh-Israel-Verbindung für die Theologisierung des Rechts
2.5 Biblische und altorientalische Quellentexte zu sozialen Schutzbestimmungen
2.6 Die historische Entwicklung eines Solidarethos
2.7 Folgerungen
3. Die theologische Spannung zwischen Gott, Gesetz und Königtum
3.1 Vorbemerkung
3.2 Aspekte der biblischen Königsideologie
3.3 Das Verhältnis von Gott und König in biblischen und in altorientalischen Texten
3.4 Königskritische Positionen oder das Problem mit dem Königtum
3.5 Die limitierte Funktion des Königs als Gesetzgeber
3.6 Folgerungen
4. Die Theologisierung des Rechts als Werk priesterlicher Schreiber
4.1 Vorbemerkung
4.2 Grundlegendes zu Schreibern und zur Schreiberausbildung
4.3 Einige Beobachtungen zur Identität und zu den Fähigkeiten der Schreiber in ausserbiblischen Quellen
4.4 Rechtliche Zusammenhänge im Proverbienbuch
4.5 Sozialethische Positionen im Proverbienbuch
4.6 Kultkritik im Proverbienbuch und in den Büchern Amos und Hosea
4.7 Der Einfluss der priesterlichen Schreibergruppen
4.8 Folgerungen
5. Ritualsymbolische Handlungen und religiöses Denken in der biblischen Rechtspraxis
5.1 Vorbemerkung
5.2 Darstellungen zur Prozessordnung in Ex 22,6-10; Dtn 16,18 und Dtn 17,6-13
5.3 Die Beweismittel im neubabylonischen und biblischen Prozessrecht
5.4 Richter und Priester im babylonischen und biblischen Prozessrecht
5.5 Das Ordal: Der Einbezug des göttlichen Urteils ins biblische Prozessrecht
5.6 Recht und Religion im Kontext von biblischen Rechtsritualen
a) Überlegungen zu den grundlegenden Merkmalen von Rechtsritualen
b) Jhwh als Akteur bei Rechtsritualen
c) Die Asylgesetzgebung und das Ergreifen der Altarhörner
d) Die Symbolhandlung des Schuheausziehens
e) Das Rechtsproblem einer unaufgeklärten Tötung und das Ritual mit einer jungen Kuh
f) Das Durchstechen des Ohrs bei einem Sklaven
5.7 Folgerungen
6. Die Interdependenz von Recht und Religion in der Geschichte des antiken Israel und Juda
6.1 Vorbemerkung
6.2 Forschungsgeschichte zum Verhältnis von Recht und Religion
6.3 Überschneidungen zwischen der Rechtsentwicklung und der Sphäre der Religion in der Darstellung der Rechtspraxis
6.4 Überlegungen zur Funktion der biblischen Rechtstexte
6.5 Folgerungen
7. Weiterentwicklungen der Vorstellung vom göttlichen Recht im Deuteronomium
7.1 Vorbemerkung
7.2 Dtn 12,13-19 als literarischer Kern in Dtn 12
7.3 Die Bedeutung der rezipierten Zentralisationsforderung in Dtn 16,2.5-7
7.4 Die Erlaubnis zur Profanschlachtung und zum Umtausch des Zehnten für Geld als Säkularisierung?
7.5 Die Bestimmungen zum Erlassjahr Dtn 15,1-11
7.6 Folgerungen
8. Abschliessende Betrachtungen