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Drei Jahrzehnte nach dem 25. April 1974, dem Tag der portugiesischen Revolution, soll die in den USA lebende Ich-Erzählerin Ana Maria Machado, Tochter eines linken portugiesischen Journalisten, für die CNN eine Fernsehreportage über die sogenannte 'Nelkenrevolution' machen. Die junge Generation Portugals will eigentlich nichts mehr wissen von dieser Vergangenheit und sieht die 'Helden' der Revolution eher als Verräter an ihren eigenen Idealen. Doch dies ändert sich für Ana Maria und zwei ihrer ehemaligen Kommilitonen, als sie sich gemeinsam an die Reportage für die CNN begeben. Ausgehend von einer Photographie mit den Protagonisten des Umsturzes porträtieren sie einige der damaligen Akteure.
Lídia Jorge setzt mit diesem Roman all jenen Menschen ein Denkmal, die im April 1974 heldenhaft für ihr Land kämpften und nun größtenteils desillusioniert sind, und sie zeigt den Widerspruch zwischen den großen, heroischen Augenblicken der Geschichte und dem späteren Realitäts-Clash auf. Selbst der Revolutionsgeneration angehörend, beschreibt sie diese erinnernswerten Figuren mit liebevoller Einfühlung.
Ein zugleich sehr lehrreicher wie sehr berührender Roman.
LI-DIA JORGE, geboren 1946 in Boliqueime im Su-den Portugals studierte franzo-sische Literatur in Lissabon und ver- brachte einige Jahre damit, während des Unabhängigkeitskampfes in Angola und Mosambik zu unterrichten. Sie lebt heute in Lissabon. Mit ihren ersten beiden Romanen geho-rte sie zur Avantgarde der zeitgeno-ssischen portugiesischen Literatur und hat seitdem zahlreiche renommierte Auszeichnungen fu-r ihre Arbeit erhalten. 2021 nahm Li-dia Jorge eine Professur an der Universität Genf an, auf die 2022 die Einrichtung des Li-dia-Jorge-Lehrstuhls an der University of Massachusetts Amherst folgte.
Ihr Roman 'Erbarmen' wurde mit sechs renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter der Me-dicis e-tranger 2023 und der Transfuge Prize for the Best Lusophone Novel 2023.