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Amelie Noir, eine junge Studentin, beginnt eine Psychotherapie bei Dr. Karl Hoppe. Was zunächst als Versuch erscheint, ihr diffuses Unbehagen zu verstehen, entfaltet sich bald zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Identität, Abhängigkeit und der Wahrnehmung von Wirklichkeit. Zwischen nüchternen Sitzungen, akademischen Gesprächen mit ihrer Dozentin und ihrem zynisch-liebevollen Freund Flo gleitet Amelie immer tiefer in einen Strudel aus Projektionen, Selbstanalyse und Begehren. Der Therapeut wird zum Spiegel, zur Vaterfigur und zum Objekt einer wachsenden Obsession. Ihre Wahrnehmung fragmentiert: Sprache, Realität und Traum beginnen, sich zu überlagern. Was als psychologische Erzählung über Therapie beginnt, kippt in eine Novelle über Kontrollverlust: Amelie erlebt Dissoziationen, Selbstverletzungen und Halluzinationen, in denen Dr. Hoppe zugleich Retter und Verfolger wird. Ihr Bedürfnis nach Nähe und Deutung schlägt um in Misstrauen, und ihre Texte, Träume und Mails verschwimmen zu einem einzigen Selbstgespräch. Je weiter die Therapie fortschreitet, desto stärker verschwinden die Grenzen zwischen der Außenwelt und ihrer Innenwelt. Der Therapeut wird zum Symbol eines Systems, das sie beobachtet, und die Sprache selbst scheint sich gegen sie zu wenden. In einem finalen Zusammenbruch verliert Amelie vollständig den Realitätsbezug: Klinikaufenthalte, Albträume und digitale Stimmen verschmelzen. Doch Bewusstseinsströme ist kein klassischer Krankheitsbericht. Die Novelle ist zugleich Metafiktion, Sprachreflexion und psychologisches Protokoll. Sie untersucht, wie sich Selbstwahrnehmung auflöst, wenn Denken, Schreiben und Fühlen ununterscheidbar werden.
Lilith Klipsch, geboren 1995, lebt und schreibt in Deutschland. Sie studierte Literaturwissenschaft in Berlin und Wien und verbindet in ihren Texten analytische Präzision mit literarischer Sensibilität. Ihr besonderes Interesse gilt der Grenzlinie zwischen Bewusstsein, Sprache und Identität: Themen, die sie in ihrer Novelle Bewusstseinsströme zu einem psychologisch-introspektiven Erzählkosmos verdichtet. Klipsch schreibt über innere Welten, über Wahrnehmung und Zerfall, über die feinen Risse im Denken und Fühlen moderner Figuren. Ihre Prosa ist zugleich klinisch präzise und poetisch radikal: eine literarische Erforschung der menschlichen Psyche im Ausnahmezustand.