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Die Frage nach der Entstehung, Wandlung und Bedeutung von Religion ist ein Thema, das Lou Andreas-Salomé lebenslang begleitete. Auslöser für dieses Interesse ist die eigene Erfahrung, dass der Gott, an den man geglaubt hat, einem abhanden kommen kann.
Zahlreiche Aufsätze und Essays, die hier erstmals in Buchform vorgelegt werden, dokumentieren die Auseinandersetzung dieser klugen Frau mit dem Menschen als religiösem Wesen, das sich nach dem Verlust traditioneller Bindungen neue Formen sucht, in denen sich sein 'Höchstes' zu spiegeln vermag. Erschienen in den führenden Zeitschriften der Epoche, kreuzen sich hier unterschiedliche Zugänge: die der Religionswissenschaft stehen neben denen der christlichen Theologie und der frühen Psychoanalyse, die des individuellen neben denen des kulturellen Gedächtnisses. Jede der drei monotheistischen Religionen sowie unterschiedliche Ausprägungen der Frömmigkeit werden in die Analyse einbezogen. All dies verleiht diesen Arbeiten einen Wert weit über ihren historischen Kontext hinaus. Lou Andreas-Salomé ist so endlich als eine Denkerin zu entdecken, die auf faszinierende Weise Eigenständigkeit und zeitgenössische Repräsentativität miteinander verbindet.
Das Leben der Lou Andreas-Salomé (1861-1937) umfasst die Emanzipation vom zaristischen Russland mit Hilfe eines sehr scharfen und sich keinerlei Zwängen beugenden Verstands, die finanzielle Unabhängigkeit mit Hilfe der Schriftstellerei und die bereitwillige umfassende Akzeptanz des psychoanalytischen Prinzips in Bewunderung ihres Gründers. Die Stadien dieses Lebens könnten auch betitelt werden mit den Weggefährten jener Zeit - Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Sigmund Freud -, man wird damit jedoch diesem selbständigen Intellekt und selbstbestimmten Frauenleben nicht annähernd gerecht.