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Átila hätte nie gedacht, dass ausgerechnet der Tag, an dem er die Eltern seiner Freundin kennenlernen sollte, alles verändern würde. Doch dann stieg ein Junge aus dem Pool, schüttelte das nasse Haar aus der Stirn und streckte ihm die Hand entgegen mit einem Lächeln, das sich nicht so leicht vergessen ließ. Guilherme war Amandas jüngerer Bruder. Fünfzehn Jahre alt, mit einem Teleskop neben dem Bett und einer Art, die Welt zu betrachten, die Átila bei niemandem zuvor begegnet war. Binnen weniger Wochen waren sie unzertrennlich. Und noch bevor er es sich eingestehen konnte, wusste Átila, dass das, was er für ihn empfand, keinen einfachen Namen hatte. Er versuchte, es zu ignorieren. Es wegzureden. Es Bewunderung zu nennen, Zuneigung, Brüderlichkeit irgendetwas, das ihn nicht zwang, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Aber das Herz lässt sich nicht überlisten. Gui war überall: in seinen Gedanken, in seinen Schweigen, in jedem unbewachten Moment, in dem seine Augen diese eine Anwesenheit suchten, ohne gefragt worden zu sein. Das Problem war so einfach wie vernichtend. Gui war die Schwester seiner Freundin ihr Bruder. Auf einem Ferienausflug zum Landgut der Familie, weit weg von der Stadt und den unausgesprochenen Regeln, die bislang alles an seinem Platz gehalten hatten, beginnt etwas zwischen ihnen nachzugeben langsam zunächst, dann auf einmal und unwiderruflich. Was dabei zum Vorschein kommt, ist nicht nur Begehren. Es ist Erkenntnis. Die stille, beunruhigende Gewissheit, dass dieser Mensch auf eine Weise, die sich nicht erklären lässt immer der wichtigste gewesen ist. Doch Amanda steht zwischen ihnen. Und manche Entscheidungen lassen sich, einmal getroffen, nicht mehr rückgängig machen. Der falsche Bruder ist eine Geschichte über eine Liebe, die durch die falsche Tür kommt zur falschen Zeit, in der falschen Person und sich dennoch hartnäckig weigert zu gehen. Über das, was wir tun, wenn das, was wir wollen, und das, was wir wollen sollten, zwei völlig verschiedene Dinge sind. Und über zwei junge Männer, die auf denkbar schwierigste Weise herausfinden mussten, dass die richtige Person manchmal das Gesicht von jemandem trägt, den man niemals hätte lieben dürfen.