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Vielleicht wartet ihr gerade sehnsüchtig auf das Wochenende oder den nächsten Urlaub, auf eine Auszeit von Arbeit und Alltag. Vielleicht geht es euch aber auch wie mir und ihr habt nie so ganz verstanden, warum wir Arbeit und Leben eigentlich voneinander trennen sollten. Damit meine ich nicht, dass alles immer Spaß machen muss. Es gibt wichtige Berufe, die anstrengend sind (ja, wahrscheinlich ist das sowieso jeder Beruf zwischendurch) und nicht immer muss ich frohlocken bei dem Gedanken an die Arbeit. Und natürlich brauchen wir Erholung, Freizeit oder Zeit für uns selbst. Gleichzeitig verbringen die meisten von uns einen großen Teil ihres Lebens mit Arbeit - und wünschen sich, dass diese Zeit sinnvoll, erfüllend und einfach Teil eines guten Lebens ist. Die Vorstellung, Arbeit sei das Gegenteil von Leben, erschien mir deshalb immer schon seltsam. Spannend ist, dass wir genau darüber gerade wieder intensiv diskutieren. Über Arbeitszeiten, Produktivität, Fachkräftemangel, New Work und die Frage, wie wir in Zukunft arbeiten wollen. Politiker:innen fordern längere Arbeitszeiten, während gleichzeitig immer mehr Menschen nach neuen Wegen suchen, Arbeit anders zu organisieren. Hinter vielen dieser Debatten steckt dieselbe Frage: Was bedeutet "Arbeit" überhaupt? Für wen arbeiten wir und welche Rolle soll Arbeit eigentlich in unserem Leben spielen? Noch komplizierter wird es, wenn wir auf die Arbeit blicken, die oft gar nicht als solche wahrgenommen wird. Wer Kinder betreut, Angehörige pflegt, emotionale Verantwortung übernimmt oder einen Haushalt organisiert, arbeitet ebenfalls - häufig unbezahlt und unsichtbar. Die weltweiten Debatten über Care-Arbeit zeigen, wie ungleich Belastungen verteilt sind und wie dringend wir darüber sprechen müssen, was wir als Arbeit anerkennen. Dieses Heft widmet sich deshalb der Arbeit in all ihren Facetten. Wir sprechen mit Menschen über besondere Berufswege, blicken auf neue Arbeitsmodelle, technologische Entwicklungen und die Zukunft der Arbeit. Wir beschäftigen uns mit Fühlungsqualitäten, Freiwilligenarbeit, Migration und der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Wir fragen, was die GenZ über Arbeit denkt, wie Care-Arbeit sichtbarer werden kann und welche Geschichten hinter den vielen Formen von Arbeit stehen, die unsere Gesellschaft tragen. Und vielleicht ist der Sommer dafür sogar die perfekte Zeit. Denn während vieles durch Hitze und Urlaub etwas langsamer wird, entsteht auch Raum für neue Gedanken, Perspektiven und Inspiration. Wie wollt ihr in Zukunft arbeiten? Viel Freude beim Lesen! Lucia Oiro und das GNM-Team
Wer entscheidet, was wirklich positiv ist? In erster Linie nur Du. Im Journalismus wird gerne das Bild von objektiven, im All schwebenden und allwissende Berichterstatter-Drohnen vermittelt. Aber: Wir sind Menschen und wir sind immer subjektiv. Das GNM-Team berichtet von Kleinprojekten und riesigen Initiativen. Damit wollen wir zeigen, dass aus jeder kleinen Idee ein positiver Impact für die Welt entstehen kann. Wir sind parteilos, unabhängig, schubladenlos, schwul, Schwarz, Weiß, behindert, normal und unnormal. Wir sind Optimisten, die Bestätigung suchen und Pessimisten, die ein Gegengewicht suchen. Dabei zu behaupten wir wären unpolitisch, wäre einfach Quatsch. Jede Aussage, jede Wissenschaft und jede Darstellung ist immer auch politisch.