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Was bleibt, wenn eine Schwester geht? Ein meisterliches Familienmosaik von großer erzählerischer Intelligenz - zart, poetisch und mit einem Humor wie eine Kampfansage. Lucie Faulerovás international gefeierter Roman über Verlust und die Kunst des Weiterlebens.
Im Zugabteil sitzt eine junge Frau, das Ziel ihrer Reise ist unbekannt. Die Stirn gegen die Scheibe gelehnt, legen sich Maries Erinnerungen an ihre Familie über das Bild der vorbeiziehenden Landschaft. Sie sieht die vielen fröhlichen Momente mit ihrer Schwester vor sich, die im Alter von zwanzig Selbstmord begangen hat. Warum? Der Zug rollt dahin und Marie denkt über alle möglichen Methoden des Sterbens nach, aber auch darüber, wie man trotz allem weiterlebt.
Erinnerungen, die sich wie Mosaiksteine zusammensetzen, zeigen ein Bild einer zerbrochenen Familie. Wie die verbliebenen Familienmitglieder versuchen, trotz allem zusammenzuhalten, ist packend und berührend und immer wieder auch absurd-komisch. Zart, poetisch und mit einem Humor, der dem Tod trotzt, erzählt Lucie Faulerová in ihrem international gefeierten Roman von einer Reise voll tiefem Lebenssinn, und vor allem: von der Liebe und dem Leben.
Ausgezeichnet mit dem Europäischen Literaturpreis, dem Premio Salerno Libro d'Europa und nominiert für den Magnesia Litera Award
'Eine Art Roadmovie des Geistes mit einem beeindruckenden, fast musikalischen Erzählrhythmus ... Dieses schmale, aber sorgfältig durchdachte und komponierte Buch ist es wert, beachtet zu werden. Nicht nur wegen eines Themas, das uns alle betrifft, sondern auch wegen der fantasievollen Form des Schreibens und der Arbeit mit Statistiken, die wir normalerweise nicht suchen.' Deník N, Tschechische Tageszeitung
Lucie Faulerová wurde 1989 geboren und ist eine der brillantesten jungen tschechischen Autorinnen. Nach ihrem Studium der Bohemistik begann sie als Lektorin zu arbeiten. Ihr Debütroman 'Lapäi prachu' ('Staubfänger', 2017) wurde für den Magnesia Litera und Ji-í Orten Literaturpreis nominiert. Ihr zweiter Roman 'Smrtholka' ('Ich habe den Tod gerettet'), 2020 in Tschechien erschienen und nun erstmals auf Deutsch übersetzt, wurde mit dem Europäischen Literaturpreis und dem Premio Salerno Libro d'Europa ausgezeichnet und für den Magnesia Litera Literaturpreis nominiert.
Julia Miesenböck studierte Bohemistik und Komparatistik an der Universität Wien und war als OeAD-Lektorin am Institut für Germanistik der Jagiellonen-Universität Krakau tätig. 2025 schloss sie ein Doktoratsstudium am Institut für Translatologie der Karlsuniversität Prag mit einer Arbeit zu Literaturübersetzung während des Kalten Krieges ab. Für ihre Übersetzungsarbeit erhielt sie Stipendien der Litera Mechana und des Deutschen Übersetzerfonds und war Jurymitglied des Susanna-Roth Übersetzungswettbewerbs für Nachwuchsübersetzer:innen aus dem Tschechischen ins Deutsche.