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Die Debatte um den Monotheismus ist nicht neu. Er ist Gegenstand kontroverser Diskussionen in Theologie, Religions- und Kulturwissenschaften. Die vorliegende Studie unternimmt den Versuch, den komplexen religionskulturellen Befund der materiellen Kultur in der persischen Provinz Jehud kritisch zu sichten und mit der Konzeption des Göttlichen in Psalm 97 und weiteren Jhwh-Königs-Psalmen zu korrelieren. Dabei zeigt sich, dass die persische Epoche eine theologisch produktive Phase für die Entwicklung des biblischen Monotheismus war, der in sich sehr viel differenzierter zu beschreiben ist, als es häufig geschieht. Der Autor vertritt die Auffassung, dass die hier untersuchten Texte und Artefakte auf ein inklusives monotheistisches Gotteskonzept hindeuten, das fremde religiöse Vorstellungen und Symboliken integriert und mit den herkömmlichen Kategorien "Monolatrie", "Assimilation" oder "Synkretismus" nicht angemessen beschrieben werden kann. Die Ergebnisse der religionshistorischen und exegetischen Analysen werden abschließend in einem interdisziplinären Horizont diskutiert und auf ihre Implikationen für kirchliche wie gesellschaftliche Gegenwartsdiskurse befragt.
Luiz Temóteo Schwanz studierte Evangelische Theologie an der Faculdades EST in São Leopoldo/Brasilien und an der Universität Bern/Schweiz. Von 2019 bis 2025 war er Stipendiat bei Mission EineWelt an der Augustana-Hochschule, wo er 2025 zum Dr. theol. promoviert worden ist. Er ist Pfarrer der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB).