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Es gibt Welten, die nicht durch Dunkelheit zerbrechen, sondern durch Licht. Solaris war eine solche Welt. Von außen war sie das Versprechen eines besseren Lebens: goldene Türme, schwebende Gärten, Musik über klaren Straßen, Wasserfälle unter künstlichen Himmeln und Menschen, die wirkten, als hätten sie alles erreicht, wonach andere nur greifen durften. Wer von unten hinaufsah, glaubte, dort oben beginne das Paradies. Wer dort lebte, glaubte, das Paradies gehöre ihm. Doch Wahrheit stirbt nicht, nur weil man sie unter Glas legt. Unter dem Gold lagen Kinderkammern. Hinter den schönen Gesichtern lagen Kopien. In den Häusern der Reichen standen Familien, die wie Liebe aussahen und doch aus Befehlen, Katalogen und gekauften Erinnerungen bestanden. Menschen hatten ihre Gesichter verloren. Klone erfüllten Rollen, die nie für sie gedacht waren. Kinder wurden gezüchtet, verkauft und in Leben gesetzt, die ihnen nicht gehörten. Selbst die Reichen, die glaubten, alles zu besitzen, waren nur Gefangene einer Macht, die ihnen Glanz gab und dafür ihre Seele nahm. Noah ist in diese Welt gegangen, weil er Antworten suchte. Er fand keine einfachen Antworten. Er fand seinen Vater. Seine Familie. Vera. Leandro. Serapha. Die Kinder mit seinem Gesicht. Die Mädchen mit Veras Augen. Er fand die Wahrheit über seine Herkunft, über die Zahl 666, über den Demiurgen und über eine Stadt, die ihre Grausamkeit so lange mit Schönheit bedeckte, bis fast niemand mehr den Unterschied erkannte. Dieses Buch erzählt vom Ende einer Lüge. Nicht von einem sauberen Sieg. Nicht von einer Welt, die plötzlich heil wird. Es erzählt von dem Augenblick, in dem Menschen aufhören, wegzusehen. Von Kindern, die keine Ware mehr sein wollen. Von Klonen, die mehr sind als Ersatz. Von Schlangenwesen, die begreifen, dass auch sie benutzt wurden. Von Armen, Reichen und Vergessenen, die zum ersten Mal in derselben Wahrheit stehen müssen. Und von Noah, der am Ende nicht auserwählt ist, weil er der Einzige ist. Er ist einer von vielen. Aber er ist der eine, der Nein sagt. M. E. Capwell