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Das ist mein drittes Reisebuch der geplanten Reihe, die über "ein Jahr Urlaub" erzählt. Ob man es als Reisetagebuch, als persönliche Memoiren oder als Sammlung von Essays liest, ist letztlich nebensächlich. Am ehesten lässt es sich als "ein enzyklopädisches Reisetagebuch über Südamerika" bezeichnen, denn es umfasst Geschichte, Geografie, Geologie, Vulkanologie, Botanik, Psychologie, Politik und Alltagsleben - Themen, die meine Neugier geweckt haben und hoffentlich auch für euch interessant sind. Ich möchte euch gedanklich auf den Weg durch Südamerika mitnehmen, das ihr gemeinsam mit mir und meiner Familie entdeckt: per Flugzeug und Bus, mit Booten auf Flüssen und über Seen, im Geländewagen durch die Wüste, auf staubigen Straßen, zu Fuß über alte Inkapfade und durch pulsierende Metropolen. Wir bewegen uns zwischen den eisigen Gipfeln der Anden und den endlosen Weiten des Amazonasbeckens, durch die trockene Küstenwüste Atacama, durch fruchtbare Täler und tropische Regenwälder. Wir stehen im ersten Licht des Morgens auf Hochplateaus, wo die Luft dünn ist und der Atem schwer fällt, und beobachten abends, wie die Sonne glutrot hinter Sanddünen oder Bergketten versinkt. Ihr spürt die Hitze der Wüste auf der Haut, den kalten Wind der Höhenlagen, die feuchte Schwüle des Regenwaldes und die Gischt der Iguaçu-Fälle. Ihr riecht Staub, Eukalyptus, Mais, frisch gebrühten Kaffee und exotische Früchte. Unter eu-ren Füßen wechseln sich Kopfsteinpflaster aus der Kolonialzeit, uralte Steinwege der Inka und weicher Sand ab. Ihr hört das Rauschen gewaltiger Wasserfälle, das Kreischen von Papageien und das Brüllen der Seelöwen an der Küste. Auf unseren Wegen begegnen wir den Menschen dieses Kontinents: Frauen in bunten Röcken und mit geflochtenen Hüten, Hirten mit ihren Lamas und Alpakas, Straßenhändler, Gauchos und ihre Familien in der argentinischen Pampa. Ihre Gesichter erzählen von jahrtausendealten Kulturen, von Kolonialgeschichte, von Armut und Stolz, von Widerstand und Lebensfreude. In kleinen Dörfern und großen Städten erleben wir Feste, Musik und Tänze, hören Sprachen, die älter sind als jedes geschriebene Wort, und spüren die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrem Land und ihren Vorfahren.
Ich wurde 1969 in Sofia, Bulgarien geboren. Mit 22 Jahren kam ich nach Zürich, wo ich Informatik an der ETH Zürich studierte. Hier habe ich meinen Mann russi-scher Abstammung kennengelernt, wir haben drei Kinder. Über 30 Jahre lang war ich als IT-Architektin und IT-Projektleiterin in Großbanken sowie in der öffentlichen Bundesverwaltung in der Schweiz tätig. Ich liebe meinen Beruf, jedoch brauche ich immer wieder einen Ausgleich zu der IT-Welt. Nach meiner langen beruflichen Lauf-bahn habe ich meine Familie überzeugt, gemeinsam eine einjährige Auszeit zu nehmen, um die Welt zu erkunden und die "Zeit zu verlangsamen".