Matthias Blank

Ein seltsamer Zeuge

Psychologische Spannung um Wahrnehmung, Erinnerung und trügerische Indizien im Gerichtskrimi. 22,9 cm / 15,2 cm / 0,5 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 68 Seiten
EAN 9788027362028
Veröffentlicht Dezember 2022
Verlag/Hersteller e-artnow
9,00 inkl. MwSt.
Teilen
Beschreibung

Ein seltsamer Zeuge entfaltet, schon im Titel, eine Poetik der Irritation: Das Zeugnis, gewöhnlich Garant von Wahrheit, erscheint hier als problematische, vielleicht unzuverlässige Instanz. Das Buch lässt sich als literarische Untersuchung von Wahrnehmung, Erinnerung und Beweis lesen, in der Spannung zwischen kriminalistischer Erwartung und psychologischer bzw. erkenntnistheoretischer Reflexion. Sein Stil wirkt auf präzise Beobachtung, kontrollierte Andeutung und eine behutsame Dramaturgie ausgerichtet; damit steht es in einem Kontext moderner Prosa, die weniger die bloße Auflösung als die Bedingungen des Erkennens befragt. Über Matthias Blank spricht in diesem Zusammenhang vor allem die Wahl eines epistemologisch aufgeladenen Motivs. Wer einen "seltsamen" Zeugen ins Zentrum rückt, interessiert sich offenbar für die Ränder verlässlicher Rede: für Missverständnisse, soziale Rollen, moralische Verantwortung und die Frage, wie Sprache Wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern formt. So erscheint der Autor als sorgfältiger Beobachter menschlicher Urteilsbildung. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Spannung nicht allein als Ereigniskette, sondern als intellektuelle Herausforderung schätzen. Ein seltsamer Zeuge verspricht eine Lektüre, die Aufmerksamkeit belohnt: jedes Detail kann Aussage, jedes Schweigen Indiz, jede Gewissheit eine Falle sein. Wer literarische Mehrdeutigkeit und reflektierte Erzählkunst sucht, findet hier einen anregenden Text.