Installieren Sie die genialokal App auf Ihrem Startbildschirm für einen schnellen Zugriff und eine komfortable Nutzung.
Tippen Sie einfach auf Teilen:
Und dann auf "Zum Home-Bildschirm [+]".
Bei genialokal.de kaufen Sie online bei Ihrer lokalen, inhabergeführten Buchhandlung!
Ihr gewünschter Artikel ist in 0 Buchhandlungen vorrätig - wählen Sie hier eine Buchhandlung in Ihrer Nähe aus:
Studienarbeit aus dem Jahr 2025 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 1,0, Universität Leipzig (Historisches Seminar), Veranstaltung: Mittelalter und Landesgeschichte, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Dienst des Reiches oder des Hauses? Diese Hausarbeit analysiert die Rolle der Wettiner in den Hussitenkriegen (1419-1434) und untersucht, wie die Dynastie das Spannungsfeld zwischen kaiserlicher Zentralgewalt (Sigismund) und kirchlich legitimierter Kreuzzugspropaganda nutzte, um ihre territoriale Machtbasis im Reich auszubauen. Im Mittelpunkt steht die "Doppellogik" ihres Handelns: Nach außen erscheint der Einsatz als Reichsdienst und Loyalität gegenüber dem König/Kaiser; nach innen wird gefragt, wie sich militärische Nützlichkeit in Pfand-, Bestätigungs- und Privilegienrechte sowie in Grenzsicherung und Herrschaftsverdichtung übersetzen ließ.
Statt Reich und Kirche als Gegensätze zu behandeln, begreift die Arbeit sie als verflochtenes Handlungssystem: kaiserliche Mandate, legatenamtliche Appelle, Predigt und Ablass treffen auf städtische Vollzugsakte und landesherrliche Entscheidungen. Rekonstruiert werden die Mobilisierungsinstrumente (Legatenpolitik, Ablass, Predigt) und ökonomische Kriegsinstrumente wie das gegen Böhmen gerichtete Handelsverbot mitsamt seinen praktischen Grenzen (Umgehung, Schmuggel). Fallpunkte wie die Kurfürstenerhebung 1423 sowie der Bruch der Kreuzzugsdynamik nach Taus 1431 bis zur via pacis werden in ihren politischen Konsequenzen nachgezeichnet.
Der Aufbau folgt einer Linie vom Kontext zur Umsetzung: Ausgangslage der Wettiner bis 1419, dann die hussitische Herausforderung und Sigismunds Reichspolitik, anschließend Kirche/Legaten/Propaganda und im Kern die wettinische Instrumentalisierung. Methodisch kombiniert die Studie Kontextualisierung, Text-/Pragmatikanalyse und die Konkretisierung auf die wettinische Praxis (Aufgebote, Logistik, städtische Verteidigungsarbeit). Grundlage sind Regesten und Urkunden sowie Praxisquellen (Befehle, Schreiben, Rechnungen). Ideal für Leser:innen, die den Zusammenhang von Krieg, Religion, Kommunikation und Territorialpolitik im Spätmittelalter an einem präzise abgegrenzten Fall nachvollziehen möchten - mit Blick auf den sächsisch-böhmischen Grenzraum und die frühe antihussitische Profilierung der Universität Leipzig.
Maximilian Adolphi ist angehender Historiker und Lehramtsstudent mit Schwerpunkt Geschichte, Englisch und Deutsch als Zweitsprache. Sein Interesse an historischen Themen begann früh: Als Kind begeisterten ihn Mittelalterfeste, Reisen und alte Orte - weniger als Kulisse, sondern als Ausgangspunkt für Fragen nach Menschen, Macht, Alltag und Wandel.
Prägend waren mehrere längere Auslandsaufenthalte: Zwei Jahre in Südamerika, jeweils ein Jahr in Australien sowie in Wales und Frankreich. Überall stand für ihn nicht nur das "Wo", sondern das "Warum" im Vordergrund: Wie sind Landschaften, Städte und Gesellschaften geworden, was sie sind? Diese Perspektive - Geschichte als lebendige Umgebung und als Ergebnis konkreter Entscheidungen - prägt auch seinen Zugang zu Forschung und Vermittlung.
In seiner wissenschaftlichen Arbeit verbindet Maximilian Adolphi eine quellennahe, sorgfältige Arbeitsweise mit dem Anspruch, komplexe Zusammenhänge verständlich zu strukturieren. Ihn interessieren besonders Schnittstellen: politische Kommunikation, Herrschaftspraxis, Konflikte, Mentalitäten und die Frage, wie historische Narrative entstehen und wirken. Dabei legt er Wert auf klare Argumentation, saubere Belege und eine Darstellung, die auch für Nicht-Spezialist:innen zugänglich bleibt.
Neben dem Studium arbeitet er als Reiseleiter für Jugendliche. Auf Exkursionen versucht er, Geschichte vor Ort greifbar zu machen - nicht belehrend, sondern dialogisch: Wissen teilen, Neugier wecken und zugleich von den Perspektiven der Gruppe lernen. Seine Veröffentlichungen richten sich an Leser:innen, die historische Themen fundiert und nachvollziehbar erschlossen haben möchten.