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Scire ad sciendum: Wissen um des Wissens willen.
Eisenburg liegt hinter ihm. Was William von dort mitbringt, steht in keinem Bericht: der Name eines Toten, den er nicht vergessen kann, und die Frage, welchen Anteil er selbst an diesem Tod trägt.
Nun kehrt er zurück an die Akademie der Inquisition, die Festung des Wissens, für das zweite Lehrjahr, das Jahr der Entscheidung. Zum ersten Mal müssen die Anwärter wählen: eine der fünf Künste, die über ihren weiteren Weg bestimmt. William wählt die Ars Medica, die Kunst der Heiler und Totenleser. Nicht aus Berufung, wie er sich einredet. Sondern weil er glaubt, dort etwas zu finden, das ihm Eisenburg genommen hat: Gewissheit.
Doch das Jahr unter einem Lehrmeister, dessen Kälte legendär ist, stellt ihn vor Fragen, auf die kein Buch eine Antwort weiß. Er lernt, Körper zu lesen wie Texte und begreift, dass die Toten präziser sprechen als die Lebenden. Er seziert, übersetzt, diagnostiziert, brilliert. Und je tiefer er in die Kunst eindringt, desto lauter wird eine Stimme, die er zum Schweigen bringen wollte: Was ist Wissen wert, wenn das Herz leer bleibt? Zwischen Schauhaus und Archiv, zwischen einem Fall, der die Akademie selbst erreicht, und einem Menschen, der ihm näher kommt, als er zulassen wollte, muss William erkennen: Die gefährlichsten Rätsel stehen nicht in den Büchern. Sie sitzen mit ihm am Tisch. Und am Ende des Jahres betritt jemand den großen Saal, mit dem niemand gerechnet hat. Niemand außer William.
Der vierte Band der Scriptis-Verbis-Reihe. Dark Academia trifft klassischen Kriminalroman: ein Jahr der Gelehrsamkeit, der Seziertische und der alten Schriften und die Geschichte eines jungen Mannes, der lernen muss, dass Verstehen mehr verlangt als Verstand.
Maximilian Warden schreibt deutschsprachige Dark Academia an der Schwelle zwischen Krimi und philosophischem Roman, in einem gehobenen, bildreichen Stil, in dem jede Beobachtung in eine Maxime kippen kann. Scriptis Verbis und Paginae de Parcae sind sein fortlaufendes Werk über Wissen, Macht und die Frage, wer richten darf, wer benennen darf.