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Schwarze Handschuhe, falsche Fährten und schöne Oberflächen, hinter denen der Tod wartet.
Der italienische Giallo gehört zu den eigenwilligsten und einflussreichsten Strömungen des europäischen Genrekinos. Aus Kriminalfilm, Psychothriller, Horror, Erotik und Mystery entstand seit den frühen 1960er-Jahren eine Filmwelt, deren Bilder bis heute nachwirken: anonyme Täter, schwarze Lederhandschuhe, subjektive Kameraperspektiven, elegante Schauplätze, sexuelle Obsessionen und kunstvoll inszenierte Morde.
"Das italienische Exploitation-Kino Vol. 3 - Der Giallo: Zwischen Lust und Tod, Teil 1: 1963-1971/72" verfolgt die Entwicklung dieser Filmform von ihren frühen Grundlagen bis zur großen Genre-Welle der frühen 1970er-Jahre.
Im Mittelpunkt steht zunächst Mario Bava , der mit The Girl Who Knew Too Much und Blutige Seide entscheidende Grundlagen des Giallo schuf. Ein eigenes Kapitel untersucht zudem die Verbindung zu den deutschen Edgar-Wallace-Filmen und deren Bedeutung für das europäische Kriminal- und Gruselkino.
Weitere Kapitel widmen sich unter anderem Lucio Fulci, Umberto Lenzi und Sergio Martino , der Entwicklung eigener Giallo-Stile, wiederkehrenden Täterbildern, schwarzen Handschuhen, Masken, falschen Identitäten und der besonderen Rolle von Wahrnehmung und Voyeurismus. Auch Edwige Fenech und die widersprüchliche Darstellung von Frauen zwischen Begehren, Bedrohung, Selbstbestimmung und eigener Handlungsmacht werden ausführlich betrachtet.
Der Band untersucht außerdem die männlichen Täterfiguren des Genres, die Bedeutung der Filmmusik, die Verbindung zu Alfred Hitchcock sowie den Übergang vom Giallo zum späteren Proto-Slasher . Filme wie Im Blutrausch des Satans , Der schwarze Leib der Tarantel , Der Schwanz des Skorpions , Blutspur im Park , Der Todesengel oder Das Geheimnis der grünen Stecknadel zeigen, wie vielfältig sich das Genre bereits zu Beginn der 1970er-Jahre entwickelt hatte.
Ein reich bebilderter Streifzug durch die frühen Jahre des Giallo - zwischen Schönheit und Schrecken, Lust und Tod, Kriminalrätsel und filmischer Grenzüberschreitung. Die im Buch behandelte Entwicklung des Genres als Verbindung von Kriminalfilm, Psychothriller, Horror und Erotik sowie seine spätere Nähe zum Slasher entspricht ausdrücklich der inhaltlichen Ausrichtung des Manuskripts.
Mike Blankenburg, Chefredakteur und Herausgeber des Printmagazins DEAD ENDS (Kontakt: redaktion.dead.ends@gmail.com oder folgt ihm bei Instagram: the_horror_of_dead_ends). Seit seiner frühen Kindheit ist er begeisterter Filmfan und Sammler. Mit Klassikern wie "Dracula" mit Christopher Lee, "Die Nacht der lebenden Toten" oder "The Fog - Nebel des Grauens" entstand die Liebe zum klassischen phantastischen Film. Sein Faible für dieses und viele andere Genres, insbesondere für den europäischen Genrefilm sowie Trash- und B-Movies, bringt er seit 2015 in mehr als 20 Ausgaben der DEAD ENDS und seit April 2017 in unzähligen (teilweise noch unveröffentlichten) Booklet-Texten für verschiedene Labels mit viel Herzblut und Leidenschaft zum Ausdruck. Seit 2018 verleiht er außerdem den DEAD ENDS-Award an den besten deutschsprachigen Lang- und Kurzfilm und ist darüber hinaus seit Jahren festes Jury-Mitglied im nationalen Wettbewerb des "Besten Horrorfilmdarstellers". Ende 2019 hat er zusammen mit Till Bamberg und Holger Borgstedt mit "Die Alb-Traumfabrik" sein erstes Sachbuch veröffentlicht. Aktuell arbeiten sie an ihrer zweiten Buch-Veröffentlichung.